Juli/August/September

Sommerzeit ist Igelzeit: Agilität der Igel auf dem Höhepunkt

 

 

Schützen Sie unseren heimischen Wildtiernachwuchs und bieten Sie ihm ein sicheres Zuhause

 

In unserer Region werden 80% aller Igelkinder im August und September geboren und sind als Nesthocker zunächst sämtlichen Umwelteinflüssen hilflos ausgesetzt. Erst im Alter von 3-4 Wochen unternimmt eine Igelmutter mit ihren Jungen die ersten gemeinsamen Ausflüge und die Kleinen werden Schritt für Schritt selbstständiger.

Viele Gärten sind heute sprichwörtlich „totstrukturiert“, denn weder viel Stein, Englischer Rasen oder auch Lorbeerstauden können den stacheligen Vierbeinern einen Lebensraum, geschweige denn einen Unterschlupf, bieten. Es mangelt in Folge dessen auch oftmals an Nahrung. Wird dann auch noch die letzte Hecke in der Siedlung gestutzt oder gar auf Stock gesetzt, fehlt nicht nur Lebensraum und Rückzugsort, sondern auch die geeignete Wohnstube für die Aufzucht der Jungen.

Ebenso fehlt das geeignete Material für die Behausung, das vorzugsweise aus Laub, Schilfabschnitten, Moos, Gräsern, Heu, Stroh und kleinen Ästen besteht.

Hilfreich sind zum Beispiel Blumenwiesen in der Nähe von Hecken wie hier am westlichen Ortseingang von Neufraunhofen, die vom ansässigen Gartenbauverein im Frühjahr angelegt worden ist. Blühhecken sind sowohl Rückzugsort und Nahrungsquelle zugleich.

 

Bitte halten Sie in nächster Zeit bei der Gartenarbeit die Augen und Ohren offen. Eine Laubanhäufung in der Hecke kann ein Indiz dafür sein, dass ein Igelweibchen dort ihre Jungen großzieht und wenn Sie Vogelgezwitscher am Abend und in der Nacht vernehmen, so kann es sich hierbei um ein nach der Mutter rufendes Igeljunge handeln. Sollten Sie in nächster Zeit bei Aufräumarbeiten wider Erwarten auf ein Igelnest mit jungen Stachelrittern stoßen, verhalten Sie sich bitte wie folgt:

1)     Berühren Sie die Jungigel nicht!

2)     Auch das Igelnest möglichst nicht berühren und so gut es geht provisorisch vor Witterungseinflüssen abdecken, sofern der vorherige Schutz entfernt worden ist.

3)     Die im Nest sitzenden Jungtiere keinesfalls umbetten.

4)     Beobachten, ob das Alttier zum Nest zurückkehrt bzw. wie es sich verhält.

5)     In aller Regel bettet die Igelmutter ihre Jungen selbstständig um.

Igelweibchen bevorzugen für Ihre Jungtieraufzucht Wohnstuben, die z.B. unter Holzstapeln und –paletten liegen. Auch große Blumenkübel oder Terrakottatöpfe werden gerne genutzt. Daher bitte ich Sie beim Auffinden von Igelbabys und –jungen eindringlich, den oben aufgeführten Fünfschritt zu beachten. Damit wird zumindest ansatzweise gewährleistet, dass die Familie nicht auseinandergerissen wird. In aller Regel klappt diese Vorgehensweise sehr gut, eine 100 Prozentgarantie gibt es leider nicht.

Bitte handeln Sie nicht vorschnell und beobachten Sie mehrere Stunden, ob die Mutter nicht doch zu ihren Jungen zurückkehrt. Nackte Igelkinder, die tagsüber nicht in einem Nest sondern in freier Natur aufgefunden werden, bedürfen in aller Regel Hilfe. Allerdings muss auch hier - ebenso wie bei (nackten) Igelkindern im Nest - eine intensive Beobachtung vorausgegangen sein. Igelmütter distanzieren sich bei der Jungtieraufzucht auch tagsüber von ihrem Nest, um Kraft zu tanken, kehren aber i.d.R. nach kurzer Zeit zurück.

Es ist extrem schwierig, eine pauschalisierte und damit korrekte Empfehlung auszusprechen, wie mit Igelbabys und -jungen umgegangen werden soll. Bevor Sie aktiv werden und sich unsicher sind, setzten Sie sich im Vorfeld mit igelkundigen Beratungsstellen in Verbindung und lassen sich ausführlich beraten. Darüber hinaus bietet Ihnen die detaillierte Grafik vom LBV http://igel-in-bayern.lbv.de/wp-content/uploads/2015/10/igel-gefunden-was-tun-A4-final.pdf eine erste Hilfestellung, wie Sie mit einem gefundenen Jung(-Igel) richtig umgehen sollten und welche Faktoren (Gewicht, Aussehen, etc.) für die Aufnahme von entscheidender Bedeutung sind.


 

Maximilian Auer steht Ihnen als Landshuter Projektbetreuer und Beratungsstelle bei all Ihren Fragen rund um das Thema Igel gerne telefonisch unter 0151/21781759 oder per Mail unter max-auer@outlook.de zur Verfügung.

Bitte beachten/nutzen Sie bei einem Anruf seine persönliche Mobilboxansage!

 

Weitere nützliche Informationen finden Sie außerdem auf der Projekt-Homepage www.igel-in-bayern.de!

 


 

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