Monitoring von Ausgleichsflächen im Landkreis Landshut

 

 

Eingriffe in Natur und Landschaft werden im Allgemeinen durch die Bereitstellung von Ausgleichs- und Ersatzflächenflächen kompensiert. Im Raum Landshut existieren mittlerweile weit über Tausend derartiger Flächen. Für den Natur- und Artenschutz hat diese Gebietskulisse ein hohes Potential.

 

Mit der Ausweisung  von Ausgleichs- und Ersatzflächen ist es aber nicht getan. Damit diese Gebiete ihre Ausgleichsfunktion zumindest hinsichtlich des Arten- und Biotopschutzes erfüllen können – der immense Flächenverbrauch für Bau- und Gewerbegebiete im Raum Landshut  ist ohnehin nicht ausgleichbar - ist ein geeignetes Management erforderlich.

 

Nachdem Kontrollen in mehreren Regionen Bayerns ein nur sehr unzureichendes Management von Ausgleichsflächen ergeben haben, hat der LBV im Jahr 2017 mit einer entsprechenden Faktenerhebung auch im Landkreis Landshut begonnen. Ausgewählt wurden hierzu sechs Gemeinden (Altdorf, Bruckberg, Ergolding, Hohenthann, Kumhausen, Tiefenbach) mit insgesamt etwa 200 Flächen.

 

Diese Flächen werden begutachtet und hinsichtlich ihrer naturschutzfachlichen Bedeutung bewertet. Wesentlich sind dabei folgende Gesichtspunkte:

 

  • die Eignung der bereitgestellten Fläche für naturschutzfachliche Zielsetzungen
  • Art und Umfang der durchgeführten Aufwertungsmaßnahmen
  • Art und Umfang von Pflegemaßnahmen
  • die Bedeutung für den Natur- und Artenschutz
  • die Umsetzung der im Genehmigungsbescheid festgelegten Maßnahmen

 

Die Bewertung erfolgt anhand eines Bepunktungssystems bei dem es für missbräuchliche Nutzungen oder kontraproduktive Pflegeformen (z.B. Mulchen) entsprechende Abzüge gibt. Zudem werden Vorschläge zur naturschutzfachlichen Aufwertung der Flächen formuliert.

 

Die Ergebnisse unserer Untersuchung können wie folgt zusammengefasst werden:

  • Ausgleichsflächen mit Gesamtbewertung „gut“: 16 Prozent
  • Ausgleichsflächen mit Gesamtbewertung „akzeptabel“: 41 Prozent
  • Ausgleichsflächen mit Gesamtbewertung „schlecht“: 43 Prozent
  •  Ausgleichsflächen, die mit Mulchern oder Häckslern „gepflegt“ werden: 40 Prozent
  • Ausgleichsflächen mit erkennbar erhöhtem ökologischem Wert: 15 Prozent
  • Ausgleichsflächen mit nur gering erhöhtem ökologischem Wert: 18 Prozent
  • Ausgleichsflächen ohne erkennbar erhöhtem ökologischem  Wert: 67 Prozent
  • Ausgleichsflächen ohne erkennbare Aufwertungsmaßnahmen: 38 Prozent
  •  Wesentliches Manko: Die Eingriffsträger kommen ihrer Verpflichtung, Ausgleichsflächen ins Ökoflächenkataster des Bayerischen Landesamt für Umwelt (LfU) einzutragen, im Allgemeinen nicht nach. Es gibt daher im Landkreis Landshut keinen Überblick über Anzahl, Lage und Entwicklungsvorgaben der vorhandenen Ausgleichsflächen; effektive Kontrollen zur Umsetzung sind nicht möglich.

Unsere Forderungen:

  • flächengenaue, digitale Erfassung aller im Landkreis Landshut vorhandenen Ausgleichsflächen
  • kein Einsatz von Mulchern oder Häckslern auf ökologischen Ausgleichsflächen

Links:

Ergebnisbericht (Kurzfassung)

Veröffentlichung in der Landshuter Zeitung vom 25.05.2018 (Titelseite)

Veröffentlichung in der Landshuter Zeitung v0m 25.05.2018, Bericht 1

Veröffentlichung  in der Landshuter Zeitung vom 25.05.2018 Bericht 2

LBV-Schreiben an Kommunen und zuständige Behörden

 

Das Projekt wurde durch die Glücksspirale finanziell gefördert.

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