Faktenerhebung in Landshuter Solarparks

 

Im Gegensatz zur Energiegewinnung aus Windkraft und Biomasse sind Freiflächen-Solaranlagen aus naturschutzfachlicher Sicht im Allgemeinen positiv zu bewerten. Sie können in unserer vielerorts ausgeräumten und intensiv genutzten Agrarlandschaft durchaus artenreiche Biotopelemente darstellen.

 

Voraussetzung dafür ist jedoch eine geeignete Pflege der Flächen, beispielsweise durch eine bis zu zweimalige Mahd im Jahr (mit Abtransport des Mähguts) oder durch Beweidung. In den entsprechenden Genehmigungsbescheiden ist dies in aller Regel festgeschrieben, der Einsatz von Mulchgeräten ist zumeist explizit untersagt.

 

In der Praxis schaut es aber leider vielerorts ganz anders aus: mit Mulchern wird der gesamte Tier- und Pflanzenbestand von Solarparks mitten im Sommer kleingehäckselt und bleibt als nährstoffreiche Biomasse auf der Fläche liegen. Und die zuständigen Behörden schreiten gegen diesen Verstoß gegen die Genehmigungsauflagen zumeist nicht ein.

 

Um diesen Zustand zu ändern, haben wir uns in einem ersten Schritt einen Überblick verschafft, in welchem Umfang in den etwa 50 Solarparks im Raum Landshut Mulcher zum Einsatz kommen. Die Ergebnisse unserer im Jahr 2017 durchgeführten Faktenerhebung zeigen, dass tatsächlich Handlungsbedarf besteht: gemulcht wird auf mindestens einem Drittel der Landshut Solarparkfläche (siehe unten). Für die einzelnen Gemeinden ergeben sich dabei sehr unterschiedliche Ergebnisse (Balkendiagramm).

Detaillierte Informationen zu den von uns überprüften Solarparks sind auf unserer Solarpark-Übersichtskarte dargestellt.

 

Wie geht's nun weiter? Als nächstes werden wir das Ergebnis unserer Erhebung an die zuständigen Genehmigungs- bzw. Naturschutzbehörden weiterleiten und unsere Forderung nach Einhaltung der Genehmigungsbescheide deutlich machen. Von mehreren Betreibern wurde zudem ein fachlicher Austausch zwischen Naturschutzbehörden, Naturschutzverbänden und Betreibern im Format eines "Runden Tisches" angeregt.

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