Landshuter Leitfaden

Ein 7-Punkte-Plan für eine naturverträgliche Pflege von Offenland-Biotopen

Hohe Artenvielfalt und trotzdem ein "ordentliches" Erscheinungsbild:
Leitfaden-Referenzfläche bei Spörerau nach der Sommermahd
Hohe Artenvielfalt und trotzdem ein "ordentliches" Erscheinungsbild:
Leitfaden-Referenzfläche bei Spörerau nach der Sommermahd

   

Der  „Landshuter Leitfaden“ wurde von der LBV-Kreisgruppe Landshut im Jahr 2019 entwickelt und veröffentlicht. In komprimierter Form verdeutlicht er, welche Faktoren für eine erfolgreiche Reproduktion von Insekten in unserer Offenlandschaft maßgeblich sind. Er zeigt zudem auf, weshalb das derzeitige Management  von Offenlandbiotopen bei vielen Arten nahezu keine erfolgreiche Reproduktion mehr zulässt. Kernpunkt des „Landshuter Leitfadens“ ist ein 7-Punke-Konzept für eine naturverträgliche Pflege von nicht landwirtschaftlich genutzten Offenlandbiotopen in privater und öffentlicher Hand - also insbesondere in Gärten und auf kommunalen Flächen. Für Ausgleichs- und Ersatzflächen, auf denen im Genehmigungsbescheid Mähmaßnahmen festgesetzt sind, sollte das vorgeschlagene Konzept verbindliche Gültigkeit haben.

    

Ein Flächenmanagement gemäß dem „Landshuter Leitfaden“ erfüllt folgende naturschutzfachliche Anforderungen: 

    

  • auf der Fläche stehen ganzjährig Rückzugs-, Reproduktions- und Überwinterungsbereiche für Kleintiere (Insekten) zur Verfügung,
  • durch regelmäßige Mähmaßnahmen wird der Offenflächen- bzw. Grünlandcharakter sichergestellt,
  • durch den Abtransport des Mähguts erfolgt ein ausreichender Entzug von Nährstoffen, eine Ausmagerung kann erreicht werden,
  • Blütenpflanzen haben ausreichend Zeit und Fläche zur generativen Vermehrung (Samenproduktion),
  • für Kleintiere bestehen bei Pflegeingriffen ausreichend hohe Überlebenswahrscheinlichkeiten,
  • für konkurrenzschwache Pflanzenarten werden kontinuierlich günstige Keimbedingungen geschaffen,
  • es ist ganzjährig ein eng verzahntes Netz von Standorten mit unterschiedlichen ökologischen Eigenschaften vorhanden (Wuchsdichte, Lückigkeit, Besonnung, Mikroklima),
  • die Fläche wirkt ästhetisch ansprechend und kann dadurch auch bei kritischen Teilen der Bevölkerung Akzeptanz erfahren,
  • die Fläche ist optisch auffällig: sie kann neugierig machen und Interesse für ökologische Zusammenhänge wecken.

    

Ein Flächenmanagement gemäß dem „Landshuter Leitfaden“ umfasst folgende Elemente:

     

  • eine streifenartige Mahd der Fläche im Frühjahr, Sommer und (Spät)Herbst, wobei bei jedem Arbeitsgang je nach Standort 30 bis 50 Prozent unbearbeitet bleiben,
  • eine Mähstreifenbreite von maximal wenigen Metern,
  • ein möglichst schachbrettartiges System der Mähstreifen von Frühjahrs- und Sommermahd,
  • tierschonende Mähverfahren (Balkenmäher),
  • den Abtransport des Mähguts erst nach einer Wartezeit von mindestens einem Tag,
  • die regelmäßige Schaffung von Keimstellen, Störstellen und Rohbodenbereichen auf jährlich etwa 10 Prozent der Fläche (z.B. Striegeln, Fräsen, Einsatz von Eisenrechen),
  • eine streng geometrische Anordnung der Mähstreifen sowie ein saubere Arbeitsweise.

   

Falls Sie eine entsprechende Umsetzung selbst testen wollen und dabei Unterstützung brauchen, falls Sie Fragen oder eigene Erfahrungen haben: melden Sie sich!



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