Erfassung von Brutvorkommen seltener oder bedrohter Vogelarten

 

Die ASK–Datenbank des Bayerischen Landesamtes für Umwelt (LfU) ist zwar den meisten ehrenamtlichen Ornithologen und Vogelschützern kein Begriff, sie hat für die Naturschutzverwaltung und beim Vollzug der Naturschutzgesetze aber eine sehr wichtige Funktion. Denn bei Eingriffsvorhaben (Straßenbau, Flurbereinigungen, Baugebietsausweisungen) sind Behörden und Planungsbüros verpflichtet, die in dieser Datenbank dokumentierten Vorkommen seltener Arten zu berücksichtigen. Auch wenn ein geplanter Eingriff damit zumeist nicht verhindert werden kann, so können die Artnachweise der ASK zumindest zur Festlegung artbezogener Ausgleichsmaßnahmen führen

 

Leider steht in weiten Teilen Bayerns der Datenbestand der ASK in einem eklatanten Missverhältnis zum Umfang der den ehrenamtlichen Artspezialisten tatsächlich bekannten Vorkommen. Das heißt z..B. für die Gruppe der Vögel: Ornithologen und Vogelschutzverbände haben zwar sehr viele Informationen über seltene Brutvorkommen, der amtliche Naturschutz kennt diese Daten offiziell jedoch nicht. Dieser Zustand muss dringend geändert werden. Für den Raum Landshut wollen wir deshalb versuchen, von möglichst allen festgestellten Brutvorkommen seltener bzw. bedrohter Arten Kenntnis zu erlangen, diese zu dokumentieren und anschließend in die ASK-Datenbank zu überführen. Für die Berücksichtung von Naturschutzaspekten bei Eingriffsplanungen ist dies nach unserer Auffassung eine unverzichtbare Voraussetzung.


Und so können Sie uns dabei unterstützen:

  • melden Sie uns alle brutrelevanten Beobachtungen seltener oder bedrohter Arten - wenn möglich über das Internet-Portal ornitho.de
  • geben Sie bei Ihrer Meldungen immer den passenden Brutzeitcode an; zusätzlich können Sie Ihre Beobachtung im Feld Bemerkung kurz beschreiben (z.B. "Altvogel attackiert Rabenkrähe")
  • geben Sie alle brutrelevanten Meldungen immer punktgenau an, da wir die Brutplätze möglichst ortsgenau an das LfU weiterleiten wollen

Falls Sie dazu Fragen haben oder Unterstützung benötigen: lbv-landshut.@gmx.de

Wir helfen gern! Ihre Ansprechpartnerin ist Dr. Aleksandra Szwagierczak.


Hier noch einige wichtige Hinweise:

  • der Schutz von Brutvorkommen und die Rücksicht auf die Natur haben immer Vorrang! Bedenken Sie dies bitte, wenn Sie sich draußen aufhalten und Ihre Umgebung erforschen
  • falls Sie befürchten, dass gemeldete Brutvorkommen von anderen Beobachtern oder Fotographen gestört werden könnten, dann geben Sie bitte Ihre ornitho-Meldung verschlüsselt ein. Dann können nur Sie selbst und die für Landshut zuständigen ornitho-Regionalkoordinatoren Ihre Meldung sehen
  • um ein Artvorkommen als „brutverdächtig“ einzustufen, müssen mindestens zwei Feststellungen eines revieranzeigenden Altvogels (Gesang, Balz etc.) innerhalb der "Kernbrutzeit“ vorliegen. Die beiden Nachweise müssen mindestens 7 Tage auseinander liegen. Kernbrutzeiten für eine Auswahl von 15 ASK-relevanten Arten finden Sie hier

    Folgende Arten sind aus unserer Sicht für die ASK vorrangig relevant:

     

    Baumfalke, Bekassine, Bienenfresser, Blaukehlchen, Bluthänfling, Brachvogel (nicht im Mettenbacher/Grießenbacher Moos), Drosselrohrsänger, Eisvogel, Flussregenpfeifer, Flussseeschalbe, Graureiher, Grauspecht, Halsbandschnäpper, Kiebitz (nicht im Isartal unterhalb von Altheim), Kleinspecht, Knäkente, Krickente, Löffelente, Mittelspecht, Nachtreiher, Neuntöter, Pirol (außerhalb der Isarauen), Rebhuhn, Rohrschwirl, Rohrweihe, Rotmilan, Schleiereule, Turteltaube, Uferschwalbe, Uhu, Wachtel, Waldlaubsänger, Waldohreule, Waldschnepfe, Wasserralle, Wendehals, Wespenbussard, Wiesenpieper, Zwergdommel. Und alle "größeren Seltenheiten" natürlich sowieso ...


    Und so geht’s mit den Meldungen dann weiter:

     

    Nach dem Abschluss der Brutsaison stellen wir alle eingegangenen Meldungen zusammen und ermitteln die sich aus dem Datenbestand ergebenden Revierzentren. Bei Nestfunden ist dies natürlich relativ einfach, bei rufenden Spechten in den Isarauen aber durchaus schwierig. Daher an dieser Stelle erneut unsere dringende Bitte nach einer punktgenauen Dokumentation Ihrer Meldungen. In der unten stehenden Karte sehen Sie als Beispiel, wie sich aus insgesamt sechs Einzelmeldungen eines rufenden Grauspechtes dessen Revierentrum relativ gut festlegen lässt.

     

     

    In einem weiteren Schritt werden die ermittelten Brutplätze bzw. Revierzentren dann mit Hilfe eines leider ziemlich unhandlich zu bedienenden Programms so aufbereitet, dass sie in die ASK-Datenbank des LfU eingelesen werden können. Mitarbeiter des LfU führen im Zug der Datenübernahme eine Plausibilitätsprüfung durch. Im unten abgebildeten Kartenausschnitt sehen Sie beispielhaft für die Jahre 2013 und 2014 eine Auswahl bereits gemeldeter Vorkommen seltener bzw. bedrohter Vogelarten im Raum Landshut. Diese Daten sind nicht öffentlich zugänglich.

     


    LBV QUICKNAVIGATION