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07.04.2021: Ordnungsgemäße Forstwirtschaft gemäß PEFC-Richtlinie

Was hier auf den Fotos zu sehen ist, sind nicht etwa Rodungsarbeiten zur Erschließung einer neuen Kiesgrube: So sieht "ordnungsgemäße Forstwirtschaft" aus. Begutachten lässt sich diese Verwüstung im sog. Schlöttholz bei Tiefenbach. Noch im Herbst befand sich hier ein beidseitig mit Großbäumen eingewachsener Forstweg, angepasst an das örtliche Gelände und bei der letzten Durchforstungsaktion ganz offensichtlich auch geeignet für den Einsatz von Großmaschinen (Harvester, Rückezug). Bemerkenswert: Es handelt sich hier um eine gemäß PEFC-Richtlinie bewirtschaftete Waldfläche bei der „Aspekte der Nachhaltigkeit“, die „Schutzfunktionen bei der Waldbewirtschaftung (vor allem Boden und Wasser)“ sowie „sozioökonomische Funktionen des Waldes“ in besonderer Weise berücksichtigt werden. Zumindest steht dies so auf den entsprechenden Internetseiten und in den vielen schönen Broschüren, die zum Thema Wald und Forst in regelmäßigen Abständen produziert werden.

12.03.2021: "Schädigung der lokalen Population" an der Fuggerstraße  in Landshut

Die Nachtigall ist im Raum Landshut ein sehr seltener Brutvogel. Ihr Brutbestand umfasst lediglich einige wenige Brutpaare. Mit bis zu drei singenden Männchen befindet sich das im Raum Landshut wohl bedeutendste Vorkommen in einem stark verwilderten Gehölzbestand am ehemaligen Hitachi-Werk an der Fuggerstraße. Oder besser gesagt: Es befand sich dort, denn im Laufe des Winterhalbjahres wurde dort der gesamte Strauch- und Baumbestand beseitigt. Aufgrund der Seltenheit der Nachtigall im Raum Landshut stellt dieser Eingriff nach unserer Auffassung eine „Verschlechterung des Erhaltungszustands der lokalen Population“ einer geschützten Art  dar und ist daher artenschutzrechtlich relevant. Also ganz klar ein Fall für die Naturschutzbehörden.

08.03.2021: Ausgleichsfläche in Löschenbrand jetzt durch Weidezaun geschützt

Stadt und Landkreis Landshut zählen bayernweit zu den Regionen mit dem massivsten Flächenverbrauch. Mit Hilfe von Ausgleichs- und Ersatzflächen sollen die damit verbundenen Eingriffe in Natur und Landschaft kompensiert werden, was natürlich nur bedingt möglich ist. Darüber hinaus wird leider ein großer Teil dieser Ausgleichsflächen durch sogenannte „missbräuchliche Nutzungen“ entwertet. So auch der mit erheblichem Aufwand vor einigen Jahren am Rande der Flutmulde errichtete Biotopkomplex bei Löschenbrand, der sich zuletzt zu einem großen Freizeitgelände entwickelte: Hier wird gelagert, gebadet, gegrillt und Hunde stöbern zu allen Tageszeiten durchs Gelände. Dabei haben die dort angelegten Flachwasserzonen und Wasserflächen durchaus ein großes Potential als Rast- und Brutgebiet für Wat- und Wasservögel. Beispielsweise unternimmt der Flussregenpfeifer hier regelmäßig Brutversuche. Weil alle Versuche, Freizeitnutzungen in diesem Gebiet durch Appelle, Beschilderungen oder den verstärkten Einsatz von Naturschutzwächtern in Grenzen zu halten erfolglos blieben, hat die Naturschutzbehörde der Stadt Landshut dieses Gebiet nun durch eine Einzäunung mit einem Weidezaun großflächig geschützt. Wir begrüßen diese Maßnahme ausdrücklich und hoffen jetzt auf eine erfolgreiche Brutsaison für Flussregenpfeifer & Co.

01.03.2021: Angelfischerei im Naturschutzgebiet soll endlich beendet werden

Die Schutzgebietsverordnung für die „Vogelfreistätte Mittlere Isarstauseen“ ist eigentlich eindeutig: Im Bereich des Naturschutzgebietes ist das Angeln an der Isar tabu. Allerdings wurde dieses Verbot bereits kurz nach dem Erlass der Verordnung (1982) – offensichtlich im Windschatten der breiten öffentlichen Diskussion über die zunächst weiterhin erlaubte Wasservogeljagd an den Stauseen - durch eine naturschutzrechtliche Befreiung zugunsten eines Münchner Angelsportvereins bereits nach zwei Jahren wieder ausgehebelt. Die im Jahr 1984 erstmalig erteilte Befreiung war zeitlich befristet, wurde seither alle paar Jahre verlängert und steht aktuell erneut zur Verlängerung an. Bereits bei der letzten Verlängerung im Jahr 2016 wurde sowohl vom BUND Naturschutz als auch vom LBV die rechtliche Grundlage dieser Befreiung infrage gestellt: Ausnahmen von der Schutzgebietsverordnung sind nämlich nur möglich, wenn überwiegende Gründe des öffentlichen Wohls oder unzumutbare Härten vorliegen. Beides sehen BN und LBV im vorliegenden Fall nicht gegeben.

 

Im Rahmen der Verbandsbeteiligung haben beide Verbände heute fristgerecht ihre ablehnende Haltung bezüglich einer erneuten Verlängerung der Befreiung vom Verbot der Angelfischerei bei der Regierung von Niederbayern eingebracht und begründet. Die fristgerechte Abgabe einer Stellungnahme ist Voraussetzung für eine ggf. erforderliche rechtliche Überprüfung der Entscheidung der Regierung.

18.02.2021: Verstöße im Naturschutz - EU-Kommission verklagt Deutschland vor dem EuGH

Die EU-Kommission verklagt Deutschland wegen jahrelanger Verstöße gegen geltendes Naturschutzrecht vor dem Europäischen Gerichtshof. Unter anderem habe Deutschland eine "bedeutende Anzahl von Gebieten immer noch nicht als besondere Schutzgebiete ausgewiesen", teilte die Brüsseler Behörde heute mit. Es geht um die Umsetzung der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie zur Erhaltung natürlicher Lebensräume sowie zum Schutz wildlebender Tiere und Pflanzen. Kern ist die Ausweisung von Schutzgebieten in den EU-Staaten. Dazu gehören sogenannte Erhaltungsziele, um den Bestand von Arten zu schützen oder wiederherzustellen.

 

Bereits 2015 hatte die EU-Kommission ein sogenanntes Vertragsverletzungsverfahren gegen Deutschland eingeleitet. "Nach eingehender Diskussion mit den deutschen Behörden" habe Brüssel seine Forderungen 2019 noch einmal unterstrichen. Seitdem habe Deutschland aber immer noch nicht ausreichend nachgebessert. Darüber hinaus sei es "in allen Bundesländern und auf Bundesebene allgemeine und anhaltende Praxis" gewesen, "für alle 4.606 Gebiete von gemeinschaftlicher Bedeutung keine hinreichend detaillierten und quantifizierten Erhaltungsziele festzulegen. Dies hat erhebliche Auswirkungen auf die Qualität und Wirksamkeit der zu ergreifenden Erhaltungsmaßnahmen."

 

Die "Frist für die Vollendung der notwendigen Maßnahmen für alle Gebiete in Deutschland" sei in einigen Fällen schon vor mehr als zehn Jahren abgelaufen, teilte die EU-Kommission heute mit. "Daher verklagt die Kommission Deutschland vor dem Gerichtshof der Europäischen Union." 

Im Fall einer Verurteilung Deutschlands durch den Europäischen Gerichtshof drohen hohe Strafzahlungen.

05.02.2021: "Nichtheimische Raubfischer" zur Strecke gebracht

Eine „Erfolgsmeldung“ aus dem Nachbarlandkreis Straubing-Bogen: 22 Kormorane konnten kürzlich im Rahmen einer konzertierten Aktion von Jägern und Anglern getötet werden. Ende Januar berichteten dies die beteiligten Verbände in der Laber-Zeitung.

 

Wir nehmen diesen „Erfolg“ zum Anlass, einige Fakten zum Umgang mit dieser Vogelart in Bayern in Erinnerung zu rufen:

  •  weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit werden in Bayern jeden Winter zwischen 7.000 und 11.000 Kormorane erlegt, die Kadaver werden im Allgemeinen nicht verwertet sondern entsorgt,
  • bei den getöteten Tieren handelt es sich nahezu ausnahmslos um Zugvögel bzw. Wintergäste aus dem Ostseeraum, dem Baltikum und Skandinavien,
  • eine Bejagung ist auch in den meisten bayerischen Natur- und Vogelschutzgebieten zulässig,
  • der landesweite Abschuss von Kormoranen in Bayern findet seit mehr als 20 Jahren statt; bisher hat zu keinem Zeitpunkt eine Überprüfung der Sinnhaftigkeit dieser Maßnahme stattgefunden,
  • die seit Mitte der 1980er Jahre erhöhte Kormoran-Präsenz in Bayern ist Folge klimatischer Veränderungen sowie einer massiven Umgestaltung der Gewässerlandschaft (Anlage zahlreicher weißfischreicher Staustufen, Stauseen und Baggerseen),
  • wir warten weiterhin auf einen Nachweis für die immer wieder behauptete Ausrottung von Fischarten durch den Kormoran. 

22.12.2020: Gefährdet die Landshuter Lasershow Gebäudebrüter?

Vom 22.12.2020 bis 04.01.2021 werden im Rahmen eines Laserkunstprojekts mehrere Gebäude in und um Landshut jeweils zwischen 17 Uhr und 21  Uhr mit (statischen) Lasern angestrahlt, darunter auch der Martinstum mit seinem Brutvorkommen von Wanderfalken sowie das Landshuter Klinikum, in dessen Umfeld sich ein Schlafplatz von mehreren 100 Saatkrähen und Dohlen befindet. Um das Risiko von (Augen)Verletzungen der genannte Vögel zu minimieren, haben wir den Veranstalter gebeten, die Bestrahlung des Klinkums erst ab 18 Uhr zu aktivieren und am Silvesterabend völlig auszusetzen. Außerdem soll der Anstrahlpunkt am Martinsturm mit der Unteren Naturschutzbehörde abgestimmt werden. Die Naturschutzbehörden der Stadt Landshut und der Regierung von Niederbayern wurden informiert und um eine Stellungnahme gebeten. Grundsätzlich sollten Gebäude mit bekannten Brutvorkommen von Gebäudebrütern für derartige Aktionen nicht zur Verfügung stehen.

17.12.2020. Bebauung des Rossbergs in Adlkofen kann nun beginnen

Gemäß einem Bericht in der heutigen Ausgabe der Landshuter Zeitung werden dem artenreichen Biotopkomplex am Rossberg - vermutlich einem der naturschutzfachlich wertvollsten Bereiche in der Gemeinde Adlkofen -  in Kürze wohl die Baumaschinen auf den Leib rücken. Eine örtliche Bürgerinitiative, u.a. unterstützt von BUND Naturschutz und LBV, hatte erfolglos versucht, die geplante Bebauung zu verhindern. Leider konnten wir weder den Gemeinderat noch eine Mehrheit in der Bevölkerung davon überzeugen, dass

  • angesichts des dramatischen Verlustes an biologischer Vielfalt eine Bebauung derart wertvollen Standorten nicht mehr verantwortbar ist,
  • nach unserer Auffassung, die Bebauung des Rossbergs einen Verlust an Lebensqualität für die Adlkofener Bevölkerung darstellt,
  • die Lebensraumverluste am Rossberg durch die festgelegten "Ausgleichsmaßnahmen" in keiner Weise kompensiert werden können.

Schade, sehr schade.

15.12.2012: Umfangreiche Gehölzrodungen am Norddamm des Echinger Stausees

Wie uns die Stadtwerke München (SWM) heute mitgeteilt haben, muss aus betriebstechnischen Gründen der am Norddamm des Echinger Stausees vorhandene Gehölzbestand vollständig beseitigt werden. Die Maßnahmen werden über einen Zeitraum von vier Jahren verteilt, finden jeweils außerhalb der Brutzeit statt und sind mit den zuständigen Naturschutzbehörden abgestimmt. Es erfolgt eine naturschutzfachliche Begleitung durch ein Fachbüro.