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Aktuelles +++ Termine +++ Standpunkte

21.06.2022: Orkan verwüstet Flussseeschwalben-Kolonie

Am Echinger Stausee sind gestern schätzungsweise 70 adulte Flussseeschwalben durch Hagelschlag getötet worden. Von den mind. 110 am Echinger Stausee zuletzt anwesenden Brutvögeln (55 Brutpaare) sind aktuell noch höchstens 35 Tiere am Leben, alleine 36 tote Altvögel wurden heute von den Flößen geborgen. Drei weitere schwer verletzte Altvögel mussten getötet werden. Ein Teil der überlebenden Jungvögel ist vermutlich ohne Eltern. 

 

Halbwegs glimpflich davongekommen ist dagegen die Seeschwalbenkolonie am Aquapark (mit aktuell bereits 32 flüggen Jungvögeln) an der die Vernichtungsfront nur etwa 100 m entfernt vorbeigezogen ist. Hier sind die Maisfelder bis zur Bodenoberfläche regelrecht abgefräst, die Bäume entlaubt und überall finden sich erschlagene Vögel.

17.06.2022: Änderung des Bundesnaturschutzgesetzes zum Windkraftausbau – LBV-Partnerverband NABU sieht Verstoß gegen EU-Recht

Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) – mit über 700.000 Mitgliedern immerhin Deutschlands größter Naturschutzverband - ist mit dem Entwurf des Bundesumweltministeriums zur Änderung des Naturschutzgesetzes vom 10.06.2022 nicht einverstanden. Er stellt u.a. fest:

 

"Der Entwurf lässt einen gesamtheitlichen Ansatz vermissen. Er bietet entgegen seiner Ankündigung keine Lösung des Zielkonfliktes zwischen Artenschutz und Windenergie. Vielmehr stellt er den Artenschutz schlechter und überschreitet dabei europarechtliche Grenzen."

 

Übrigens: Die Naturschutzverbände hatten zur Abgabe einer Stellungnahme ganze drei (!) Tage Zeit; Freitag Abend (10.06.2022) bis Montag Morgen, 13.06.2022, 09.30 Uhr.

NABU-Stellungnahme Windkraft.pdf
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15.06.2022: Licht und Schatten beim Gebäudebrüterschutz

Mauersegler an den am Magdalenenheim neu angebotenen Brutplätzen
Mauersegler an den am Magdalenenheim neu angebotenen Brutplätzen

Am Turm des Landshuter Magdalenenheims wurden die in diesem Jahr anstehenden Sanierungsarbeiten mittlerweile abgeschlossen. Die dort lebenden Mauersegler haben das Ganze gut überstanden und die neu angebotenen Brutplätze wurden sofort besetzt. Soweit alles gut.

 

Sorgen machen wir uns dagegen hinsichtlich einer in der Nik.-Alex.-Mair-Str. anstehenden Sanierungsmaßnahme, die in Kürze beginnen soll. Unter dem Dach des betroffenen Gebäudes befindet sich mit aktuell mindestenes 20 kartierten Brutpaaren eine der größten Mauersegler-Kolonien in Stadt und Landkreis.

 

Damit es hier keine Überraschungen bzw. Missverständnisse gibt, haben wir die zuständige Immobilienverwaltung sowie die Naturschutzbehörden der Stadt Landshut und der Regierung von Niederbayern kürzlich schriftlich über die Problematik informiert. Wir halten hier eine Verschiebung der Arbeiten auf einen Zeitraum nach der Brutzeit bzw. die Beiziehung einer ökologischen Baubegleitung für erforderlich, sollte eine Terminverschiebung nicht mehr möglich sein.


14.06.2022: Ornithologischer Wochenrückblick (06.06. bis 12.06.2022)

Ganz klar eine Woche von Reihern und Reiherartigen: Am Echinger Stausee mit 12 adulten Nachtreihern (06.06.) ein neuer Altvogel-Höchstwert, dazu die ganze Woche über bis zu 6 Seidenreiher (12.06.), vom 06.06. bis 08.06. ein Löffler und dazu dann noch bis zu 4 Kuhreiher (10.06.). Der vermutlich gleiche Löffler wurde übrigens am 06.06. auch noch im Grießenbacher Moos beobachtet und vom sicherlich gleichen Kuhreiher-Trupp ging (ebenfalls am 10.06.) eine weitere Meldung aus dem Raum Gündlkofen ein. Dazu kommen dann noch ein Purpurreiher sowie ein Schwarzstorch am 06.06. im Grießenbacher Moos. +++ In mehrere Abbaugruben im Landkreis sind mittlerweile Bienenfresser zurückgekehrt, am Echinger Stausee hielten sich die ganze Woche über immer noch ein bis zwei Weißbart-Seeschwalben auf und aufgrund einer Beobachtung mehrerer Jungvögel (12.06.) können wir die Bartmeise hier wohl endgültig als sicheren Brutvogel einstufen. +++ Außerdem ein neues Extremdatum für Flussseeschwalben-Flügglinge: 11.06. (Kiesabbau Aquapark)

13.06.2022: Einen Versuch ist es wert: Hüttenkofener Heide soll neophytenfrei werden

Was hier auf dem nebenstehenden Foto relativ unkoordiniert aussieht, lief eigentlich doch sehr diszipliniert und strukturiert ab - zumindest für LBV-Verhältnisse. 14 Unverdrossene trafen sich am vergangenen Samstag auf der Hüttenkofener Heide, um auf einer ca. 2.5 Hektar großen, neu angelegten Biotopfläche mit Neophyten aufzuräumen. Dazu wurde das Gebiet wie bei einer Vermisstensuche in Reihenanordnung systematisch durchkämmt, in vergleichsweise engen Abständen von nur ca. zwei Metern. Zur besseren Orientierung wurden die jeweils abzusuchenden Teilbereiche mit Trassierungspflöcken markiert, also alles ziemlich professionell.

 

Besonderes Augenmerk lag dabei auf der Goldrute, die auf Standorten wie in Hüttenkofen schnell zu einer dominierenden Art werden kann, und bei der zum jetzigen Zeitpunkt noch gute Chancen bestehen, sie komplett aus der Fläche zu entfernen.

 

 

 


Zum Hintergrund: Die Hüttenkofener Heide wurde im vergangenen Herbst mit großen Mengen Mähgut und Saatgut von verschiedenen artenreichen Trockenstandorten des Isartals zwischen Moosburg und Dingolfing beaufschlagt und soll sich in den nächsten Jahren zu einem herausragenden Hotspot der biologischen Vielfalt entwickeln. Bereits jetzt zeichnet sich das Gebiet durch große Individuenzahlen verschiedener Heuschreckenarten aus, die offensichtlich mit dem Mähgut hierher verfrachtet wurden. Auch erste Orchideen sowie einige Zauneidechsen wurden bereits entdeckt. Eigentümer des Gebietes sind der LBV und die Gemeinde Niederaichbach, die Entwicklungsarbeiten wurden vom Landschaftspflegeverband Landshut umgesetzt.

 

Dazu etwas ganz Grundsätzliches: Mit einer ganzen Reihe nichtheimischer, invasiver Pflanzenarten werden wir aufgrund ihrer mittlerweile weitflächigen Verbreitung leben müssen. Hier ist es zu spät, um das Rad zurückzudrehen. Es sollte aber möglich sein, zumindest ausgewählte Sonderstandorte mit hoher Bedeutung für die biologische Vielfalt vor einer Überprägung durch diese Arten zu schützen.

 

10.06.2022: Ornithologischer Wochenrückblick (30.05. bis 05.06.2022)

Neben den erneut regelmäßig gemeldeten Nacht- und Seidenreihern waren diese Woche am Echinger Stausee mehrmals Trupps von Weißbart-Seeeschwalben zu sehen, maximal 10 Stück am 05.06.. Wir haben ein Auftreten dieser Art Anfang Juni bereits mehrfach bei uns festgestellt, können das Phänomen aber nicht recht einordnen. Möglicherweise handelt es sich um nichtbrütende Halbwüchsige, oder um Vögel, die ihr Brutgeschäft bereits (erfolglos) abgeschlossen haben. +++ Ganz unbemerkt hat mit zwei Waldwasserläufern am 05.06. im Landshuter Stadtgebiet der Wegzug aus den Brutgebieten bereits wieder eingesetzt. Zu einem Zeitpunkt also, zu dem hocharktische Brutvogelarten noch Richtung Norden ziehen. +++ Ein am 31.05. bei Rottenburg zunächst als Schelladler gemeldeter Greifvogel wurde von den Beobachtern mittlerweile als Kaiseradler eingestuft. Wie immer auch die Deutsche Seltenheitskommission diese Meldung abschließend bewerten wird, für beide Arten wäre dies ein Erstnachweis für den Raum Landshut. Zum Hintergrund: Sowohl Schelladler als auch Kaiseradler sind aufgrund ihres seltenen Auftretens in Deutschland „meldepflichtig“. Das bedeutet, dass alle Beobachtungen bei der Seltenheitskommission des Dachverbandes Deutscher Avifaunisten (DDA) dokumentiert und von dieser anerkannt werden müssen.

05.06.2022: Überlebensstreifen für die "Unsichtbaren"

Frisch nach dem ersten Mähdurchgang 2022: Unsere Referenzfläche bei Weixerau
Frisch nach dem ersten Mähdurchgang 2022: Unsere Referenzfläche bei Weixerau

Mähkonzepte auf Naturschutzflächen orientieren sich oft stark an botanischen Zielsetzungen und Wünschen nach hohen Ausmagerungseffekten. Die Überlebensraten von Kleintieren und insbesondere deren teilweise immobilen Entwicklungsstadien geraten dabei meist in den Hintergrund: All diese "Unsichtbaren" (Eier, Raupen, Puppen) werden mit dem Mähgut oft auf gesamter Fläche quantitativ abgeräumt und abtransportiert. Beispielsweise handelt es sich bei vielen der angesäten und im Sommer recht hübsch anmutenden Blühflächen um regelrechte „ökologische Fallen“, wenn sie im Herbst mit all ihrem Leben gemulcht und anschießend vielleicht auch noch umgeackert werden. 

Auf einer Referenzfläche bei Weixerau testen wir seit mehreren Jahren ein Mähkonzept das sowohl botanische als auch zoologische Anforderungen berücksichtigt. Hier werden jährlich drei Mähaktionen (Frühsommer, Spätsommer, Spätherbst) durchgeführt, wobei bei jeder Mahd 30 bis 40 Prozent der Fläche unbearbeitet bleiben. Gemäht wird jeweils in einem eng angelegten Streifensystem, das auch den Winter über so ordentlich aussieht, dass es auch von wildwuchs-intoleranten Zeitgenossen akzeptiert werden kann. Und das Ganze funktioniert: Die Fläche entwickelt sich botanisch gut und weist für Kleintiere zu allen Jahreszeiten ausreichende Reproduktions- und Rückzugsbereiche auf.


05.06.2022: Ornithologischer Wochenrückblick (23.05. bis 29.05.2022)

Ornithologisch eine eher ruhige Woche: Vom Echinger Stausee wurden am 23.05. zwei Bartmeisen (M/W) gemeldet, sodass wir diese Art hier endgültig als zumindest „brutverdächtig" einstufen. Mehrfach wurden hier auch in dieser Woche wieder bis zu 4 Seidenreiher beobachtet, wobei am 26.05. und 28.05. sogar Nestbau-Aktivitäten festgestellt werden konnten. Beobachtungen nestbauender Seidenreiher liegen bereits aus früheren Jahren vor, haben bislang jedoch noch nicht zu einem ernsthaften Brutversuch geführt. Erfolgreiches Brutgeschehen ist dagegen weiterhin von den Nachtreihern zu vermelden, die bei ihren Nahrungsflügen auch weit Abseits der Echinger Kolonie beobachtet werden können. Vermutlich dürfte es sich auch bei einem am 29.05. bei Furth beobachteten Nachtreiher um ein Tier aus Eching gehandelt haben. +++ Vom Isarstau Altheim wurde am 28.05. ein weiterer Fischadler gemeldet und am Echinger Stausee rasteten am 23.05. eine für den Heimzug nicht alltägliche Ansammlung von 8 Sandregenpfeifern. Die nördlichen Populationen dieser Art ziehen jetzt noch - also sehr spät -  in ihre arktischen Brutgebiete. +++ Auf den Bruckberger Isarkiesbänken werden jetzt zwei Gelege des Flussregenpfeifers bebrütet. Beide befinden sich in einem mit Schildern als „Brutgebiet“ kenntlich gemachten Bereich und auf einer relativ hoch aufgeschobenen und damit hoffentlich hochwassersicheren Kiesbank. +++ Die Flussseeschwalben haben mit insgesamt 93 Brutpaaren ein neues Allzeithoch, und damit hinsichtlich des Platzangebotes auf unseren Brutflößen das absolute Ende der Fahnenstange erreicht. Das bisherige Maximum für den Raum Landshut stammt mit 90 Brutpaaren aus dem Jahr 2007 wobei damals noch gut 20 Paare an einem Badesee bei Wörth ihre Jungen aufzogen. Ab dem Jahr 2013 stand dieser Standort aufgrund der Ansiedlung von mehreren Hundert Brutpaaren der Lachmöwe für Seeschwalben nicht mehr zur Verfügung.

03.06.2022: Neue Auszeichnung jetzt auch im Raum Landshut: "Vogelfreundlicher Garten"

Wer für Vögel gärtnert, erhält die Gartenplakette “Vogelfreundlicher Garten".
Wer für Vögel gärtnert, erhält die Gartenplakette “Vogelfreundlicher Garten".

Naturschutz beginnt vor der eigenen Haustür. Das erkennen inzwischen viele Gartenbesitzerinnen und Gartenbesitzer. Sie leisten ihren eigenen Beitrag zum Artenschutz mit der naturnahen Gestaltung von ganzjährig abwechslungsreichen Gärten mit vielen Strukturen, wie zum Beispiel beerentragenden Gehölzen, heimischen Blühpflanzen und Totholz.

 

Dieses Engagement belohnt der LBV nun in einer gemeinsamen Aktion mit dem Bayerischen Artenschutzzentrum des Landesamtes für Umwelt, mit der Plakette „Vogelfreundlicher Garten“. Die Bewertung der Gärten erfolgt im Rahmen eines Ortstermins durch eine LBV-Gartenjury. Diese ist aktuell auch im Raum Landshut im Einsatz und konnte kürzlich die ersten Plaketten übergeben.

 

Die Auszeichnung ist eine Wertschätzung an alle Garteneigentümer, die der Natur in ihren Gärten mehr Raum geben, und einer Vielzahl von Tier- und Pflanzenarten wertvollen Lebensraum bieten wollen. Sie soll ein Umdenken in Gang setzen und die Akzeptanz für etwas mehr Wildnis vor der eigenen Haustür erhöhen. Und natürlich soll damit auch die Nachbarschaft angeregt werden, ihre Gärten ebenfalls in artenreiche Naturparadiese zu verwandeln.


01.06.2022: "Entwicklungsmahd" in der Sempter Heide

Klein, aber voller seltener Arten: Die Sempter Heide
Klein, aber voller seltener Arten: Die Sempter Heide

Auch in der Sempter Heide fanden nun die ersten Biotoppflegearbeiten 2022 statt. Hier wurde eine sog. "Entwicklungsmahd" durchgeführt. Im Gegensatz zur Pflegemahd, die einen Erhalt des "status quo" sicherstellen soll, wird bei der Entwicklungsmahd durch eine frühe bzw. mehrfache Bearbeitung ein erhöhter Nährstoffentzug und eine Änderung der Pflanzenzusammensetzung angestrebt. In der Sempter Heide sind davon nur (noch) einige kleinere Bereiche betroffen, die vor einigen Jahren von Gehölzen freigestellt wurden und noch immer sehr wüchsig und artenarm sind. Der Großteil der Fläche wird erst im Sommer bzw. Herbst gemäht. Die Sempter Heide befindet sich im Eigentum des Naturwissenschaftlichen Vereins Landshut und ist ein botanisches Kleinod in der Region.


29.05.2022 Wissenschaftler kritisieren EEG-Eckpunktepapier

Die Einschätzung des LBV-Landesvorstandes, dass der Bau von Windkraftanlagen auf zwei Prozent der Fläche des Bundesgebietes für den Erhalt der Biodiversität unproblematisch sei, ist auch innerhalb des LBV nicht unumstritten. Beispielsweise liegen bislang noch keine Modellierungen vor, welche Auswirkungen ein derartiger Ausbau für den Breitfrontzug von Vögeln und Fledermäusen haben würde (Summationswirkung). Naturschutzfachlich umstritten sind insbesondere Windkraftstandorte in Wäldern. In der nebenstehenden Veröffentlichung wird diese Problematik eingehend erörtert. Lesenswert, auch wenn man sicherlich nicht alle Einschätzungen der Autoren teilen wird.

EEGEckpunktepapier2022.pdf
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26.05.2022: Aufwändig aber alternativlos: „Barrieremahd“ an unseren Biotopflächen

Am Uppenborn-Damm verhindert ein über 400 Meter langer Barrierebereich die Einwanderung von Goldruten in wertvolle Magerrasen
Am Uppenborn-Damm verhindert ein über 400 Meter langer Barrierebereich die Einwanderung von Goldruten in wertvolle Magerrasen

Extensiv genutzte Offenland-Biotope zeichnen sich im Allgemeinen durch eine hohe Artenvielfalt aus. Sie sind nicht nur durch menschliche Eingriffe, sondern auch durch invasive Pflanzenarten stark gefährdet. Diese können ehemals hochwertige Biotopflächen vollständig dominieren, wie am Beispiel der Goldrute in großen Teilen der Landshuter Isarauen unschwer festzustellen ist. Der Einwanderungsprozess beginnt in der Regel unauffällig, das Ergebnis wird oft erst nach Jahren bzw. Jahrzehnten sichtbar und ist im Allgemeinen irreversibel. Im Landshuter Isartal sind autochthone Trockenstandorte insbesondere durch die Goldrute, im Bereich der Mittleren Isar zudem durch das Orientalische Zackenschötchen bedrängt. Während die Ausbreitung des bis zu 10 Jahre alt werdenden Zackenschötchens ausschließlich über Samenmaterial erfolgt, das mutmaßlich durch Landschaftspflege-Großgeräte (Mulcher) verschleppt wird, tut sich die Goldrute bei der Neubesiedelung (mittels Samenanflug) zunächst eher schwer. Hat sie aber einmal Fuß gefasst, so breitet sie sich über Wurzelausläufer äußerst effektiv aus.


Da an mehrere unserer Biotoppflege-Flächen im Landshuter Isartal größere Goldrutenbestände unmittelbar angrenzen, versuchen wir deren Eindringen in unsere Biotope durch eine sogenannte „Barrieremahd“ zu unterbinden. Zumindest bisher auch mit Erfolg. Dazu wird ein schmaler Korridor zwischen Goldrutenbereich und Biotopfläche sehr intensiv, d.h. mehrmals im Jahr gemäht. Goldruten sind gerade gegenüber Schnitt im Frühsommer sehr empfindlich. Sie sterben dadurch zwar nicht ab, aber sie schaffen es nicht mehr, Wurzelausläufer über den Mähkorridor hinaus auszubilden. Zudem werden die Flächen regelmäßig kontrolliert und ggf. über Samenflug eingetragene Pflanzen konsequent entfernt. Alles ein ziemlicher Aufwand, aber langfristig wohl - wie heißt es so schön - alternativlos.

25.05.2022: Ornithologischer Wochenrückblick (16.05. bis 22.05.2022)

Flussregenpfeifer & Co. profitieren von der Einzäunung einer Ausgleichsfläche in der Landshuter Flutmulde während der Brutzeit (Foto: S.Rieck)
Flussregenpfeifer & Co. profitieren von der Einzäunung einer Ausgleichsfläche in der Landshuter Flutmulde während der Brutzeit (Foto: S.Rieck)
Kartierergebnis von Brutplätzen des Mauerseglers
Kartierergebnis von Brutplätzen des Mauerseglers

Am Echinger Stausee brüten in diesem Jahr wohl wieder 4 bis 5 Nachtreiher-Paare, jetzt wurden endlich die ersten Jungen entdeckt (19.05.). Außerdem wurden die ganze Woche über Seidenreiher gemeldet (maximal 6 Ind. am 17.06.) und dazu am 19.06. erneut ein Purpurreiher. Sensationsgast der Woche war allerdings ein Graubruststrandläufer (17.05. bis 19.05), ein in Nordamerika und Nordsibirien heimischer Watvogel, der in Bayern nur unregelmäßig auftritt und im Raum Landshut letztmalig am 18.09.2016. festgestellt worden war. +++ Auch diese Woche gingen vom Echinger Stausee wieder mehrere Meldungen eines männlichen Kleinen Sumpfhuhns ein, zusätzlich am 16.05. auch die eines Weibchens. Außerdem wurde erneut eine Bartmeise beobachtet (22.05.) und am 19.05. eine weitere Weißbart-Seeschwalbe (am gleichen Tag auch am Moosburger Stausee) +++ Im Landshuter Stadtgebiet hofft weiterhin eine Zwergohreule darauf, dass ihre Rufe endliche einen Partner anlocken (letztmalig am 21.05.) und aus dem südlichen Landkreis wurde am 21.05. das erste größere Brutvorkommen von Bienenfressern in diesem Jahr gemeldet. +++ In der großen Lachmöwen-Brutkolonie bei Wörth scheint mindestens ein Brutpaar der Schwarzkopfmöwe brutverdächtig zu sein und aus dem Bereich Essenbach gibt es eine erfolgreiche Brut des Schwarzkehlchens zu vermelden. +++ Während bei dem kleinen Restvorkommen von Kiebitzen im Isartal bei Gündlkofen die durchgeführten Gelegeschutzmaßnahmen zu ersten Schlupferfolgen geführt haben, scheint es bei den Flussregenpfeifern auf den Isarkiesbänken bei Bruckberg eher suboptimal zu laufen. Bewährt hat sich dagegen die erneute Einzäunung einer großen Ausgleichsfläche in der Landshuter Flutmulde zugunsten des Flussregenpfeifers, der hier offensichtlich mit zwei Paaren vertreten ist. +++ Sorgen machen wir uns aktuell um ein größeres Brutvorkommen von Mauerseglern in der Nik.-Alex.-Mair-Str. in Landshut, wo in Kürze Sanierungsarbeiten incl. Gerüstaufbauten anstehen. Im Verlauf dieser Woche wurden an dem Gebäude mindestens 10 Brutpaare dokumentiert.


21.05.2022: Ziemlich lockere Übung: Erste Biotoppflegeaktion des Jahres 2022 am Kalteller Berg

Steilhangbereiche im LBV-Schutzgebiet "Kalteller Berg": Lebensraum für wärmeliebende Tier- und Pflanzenarten
Steilhangbereiche im LBV-Schutzgebiet "Kalteller Berg": Lebensraum für wärmeliebende Tier- und Pflanzenarten

Am Kalteller Berg bei Mettenbach fand heute unser erster Biotoppflegeeinsatz des Jahres 2022 statt. Teile der Steillagen unseres insgesamt gut drei Hektar großen Schutzgebietes waren zwei Tage zuvor gemäht worden und nun stand das Abräumen des Mähguts auf dem Programm. Dass auf Naturschutzflächen bereits Ende Mai gemäht wird ist relativ ungewöhnlich, hat sich hier aber gut bewährt. Am Kalteller Berg werden im Allgemeinen drei Mähaktionen pro Jahr durchgeführt: eine erste Mahd Ende Mai, eine Sommermahd und schließlich eine Mahd im Herbst. Bei jedem Arbeitsgang werden dabei jeweils nur Teilflächen von maximal 50 Prozent gemäht, sodass stets ausreichende Bereiche zur Reproduktion und Überwinterung von Kleintieren erhalten bleiben. Da jeweils räumlich versetzt gemäht wird, entsteht auf der Gesamtfläche ein vielfältiges Mosaik aus unterschiedlich intensiv bearbeiteten Bereichen. Gemäht wird ausschließlich mit kleintierschonenden Balkenmähern und der Abtransport des Mähguts erfolgt frühestens einen Tag nach der Mahd.

 

Weil zu unserem Arbeitseinsatz kurzfristig mehr Teilnehmer und Teilnehmerinnen als erwartet kamen, war die ganze Aktion vergleichsweise schnell erledigt. So konnte das zusammengetragene Mähgut bereits am frühen Nachmittag von unserem „Vertragslandwirt“ Franz Brückl per Ladewagen abtransportiert und bei perfektem Frühsommerwetter ausgiebig Brotzeit gemacht werden.


21.05.2022: Borkenkäfermanagement in LBV-Wäldern

In unsern LBV-Wäldgebieten gibt es teilweise noch Parzellen mit größeren Fichtenbeständen, bei denen wir die Entwicklung des Borkenkäfers im Auge behalten und ggf. Maßnahmen einleiten müssen. Mittelfristig werden diese Fichtenparzellen zwar zurückgeführt bzw. ausgedünnt, da wir größere Eingriffe vermeiden wollen, dauert dieser Umbau jedoch noch einige Zeit an. Ansonsten finden in unseren Wäldern ja bekanntlich keine Eingriffe statt.

 

Damit es zu keinen größeren Borkenkäfervermehrungen kommt, werden im Rahmen unseres Käfermanagements bereits im Winterhalbjahr punktuell einzelne Fichten gefällt und als sog. Lockbäume im Wald liegengelassen. Da die erste Generation des Borkenkäfes bevorzugt liegendes Fichtenholz befällt, bohren sich die Käfer hier in großer Zahl ein und legen ihre Eier ab.

 

Aktuell werden diese stark befallenen Stämme nun abgefahren oder entrindet, bei bereits fortgeschrittenen Larvenstadien wird auch die Rinde abtransportiert. Wesentliche Teile der ersten Käfergeneration werden dadurch dem Wald entzogen und der Aufbau von Folgegenerationen stark geschwächt.


16.05.2022: Ornithologischer Wochenrückblick (09.05. bis 15.05.2022)

Unter den erneut äußerst zahlreichen ornitho-Meldungen dieser Woche (über 1.700!) befindet sich erneut eine ganz Reihe bemerkenswerter Nachweise: Am Echinger Stausee bis zu 5 Nachtreiher, eine Wiesenweihe (09.05.), weiterhin ein Stelzenläufer (09.05. und 10.05.), bis zu 6 Weißflügel-Seeschwalben (09.05.) , erneut eine Bartmeise (09.05.), eine Weißbart-Seeschwalbe (12.05. und am Tag zuvor am Moosburger Stausee), ein ziemlich später Kranich (12.05.), ein weiterer Fischadler (15.05.) sowie 2 Seidenreiher (15.05.). +++ Im Isarmoos gab es am 13.05. und am 14.05. einen weiteren Purpurreiher zu sehen, dazu am 15.05. eine immature Wiesenweihe und ein besonderes Augenmerk sollten wird dort weiterhin auf möglicherweise brutverdächtige Braunkehlchen haben. Immerhin ging am 09.05. eine Meldung von 2 Ind. ein, davon eines singend! +++ Von der einsam rufenden Zwergohreule im Landshuter Stadtgebiet gibt es entgegen unserer Meldung aus der Vorwoche nun doch wieder ein Lebenszeichen (15.05.) und ebenfalls am 15.05. trafen die ersten Bienenfresser im Raum LA ein. Bereits einen Tag zuvor wurde ein erster Wespenbussard beobachtet. +++ Aufgrund der wie üblich im Mai extrem geringen Schwimmvogelzahlen verzichten wir an dieser Stelle erneut auf die Berichterstattung der monatlichen Zählergebnisse. Im Juni geht's mit den Zahlen dann bereits wieder aufwärts.

Aufgrund der seit Jahren überaus guten Reproduktionsquote wird unser Flussseeschwalben-Nistfloß am Kiesabbau Aquapark mittlerweile deutlich zu klein. Aktuell (15.05.) befinden sich auf dem nur etwas über 10 Quadratmeter großen Nistfloß 38 Gelege mit über 100 Eiern, darunter mehrere 4er-Gelege. Mit 3,7 Brutpaaren pro Quadratmeter ist dies ein neuer (vermutlich weltweiter!) Dichterekord für die Flussseeschwalbe. Weitere Seeschwalben-Paare versuchen sich zwar noch anzusiedeln, werden aber offensichtlich nicht mehr zugelassen. Die Brutpaarzahl der „Mutterkolonie“ am Echinger Stausee wird erst in der kommenden Woche ermittelt. Foto: A.Szwagierczak

14.05.2022: Ornithologischer Wochenrückblick (02.05. bis 08.05.2022)

Kiebitz: In weiten Teilen des Landkreises mittlerweile verschwunden, Bestanztendenz weiterhin sehr schlecht
Kiebitz: In weiten Teilen des Landkreises mittlerweile verschwunden, Bestanztendenz weiterhin sehr schlecht

In der mittlerweile doch sehr ansehnlichen Lachmöwen-Kolonie im Grießenbacher Moos scheinen auch Schwarzkopfmöwen brüten zu wollen. Bis zu vier Stück wurden im Laufe der Woche dort festgestellt. Außerdem gab es einen weiteren Nachweis einer Zitronenstelze, möglicherweise der gleiche Vogel der am Vortag vom Echinger Stausee gemeldet wurde. +++ Dort (Echinger Stausee) wurden im Wochenverlauf bis zu 3 Stelzenläufer (03.05.) , bis zu 2 Seidenreiher (04.05.), bis zu 5 Nachtreiher (03.05.), ein Fischadler (02.05.), eine Zwergschnepfe (03.05.) sowie am 08.05. eine erste Zwergdommel und erneut eine Bartmeise beobachtet. +++ Eine weitere Meldung eines Seidenreihers stammt vom Isarstau Altheim (04.05.) und am Moosburger Stausee jagten mehrmals größere Ansammlungen von Baumfalken nach Insekten, maximal 15 Ind. am 02.05. +++ Am fast schon traditionellen Aufenthaltsort im Landshut Stadtgebiet war am 03.05. und am 05.05. wieder einmal eine Zwergohreule zu hören, von den Folgetagen gingen bislang jedoch keine weiteren Meldungen mehr ein. +++ Sehr aktiv war diese Woche auch wieder unser Mitglied Thomas G. aus E. beim Versuch, einem kleinen Restvorkommen von Kiebitzen (4 BP) im Bereich Münchnerau-Gündlkofen eine erfolgreiche Reproduktion zu ermöglichen. Wie (fast) immer befinden sich auch hier die Gelege der Kiebitze in Ackerflächen, die ohne genau Lokalisierung, Markierung und Absprache mit dem Bewirtschafter im Zuge der landwirtschaftlichen Nutzung zerstört würden. Die Bestandsentwicklung des Kiebitzes ist landesweit dramatisch schlecht, im Raum Landshut gibt es außerhalb des Isarmooses (Bereich Essenbach bis Grießenbach) nur noch wenige Einzelvorkommen.


09.05.2022: Ornithologischer Wochenrückblick (25.04. bis 01.05.2022)

Mit mehr als 1400 Einzelmeldungen oder Zählergebnissen im ornitho-System erneut eine sehr beobachtungsintensive Woche, mit interessanten Beobachtungen vor allem am Echinger Stausee (in chronologischer Reihenfolge): ein Fischadler (25.04.), ein Purpurreiher und 2 Regenbrachvögel (28.04.), ein männlicher Rotfußfalke (29.04.), ein Stelzenläufer, eine Zwergschnepfe und eine Zitronenstelze (01.05.) sowie eine Bartmeise vom (28.04. bis 30.04.) und bis zu 4 Nachtreiher. +++ Von den Staustufen unterhalb Landshuts wurden am 30.04. 16 Weißflügel-Seeschwalben und ein weiterer Rotfußfalke (K2, Isarstau Niederaichbach) gemeldet. +++ Die ersten Mauersegler wurden am 30.04. am Isarstau Altheim gesichtet, im nördlichen Landkreis wurde am 27.04. ein Schwarzstorch beobachtet und ein später Goldregenpfeifer zog am 01.05. über Neufahrn hinweg.

29.04.2022: Ornithologischer Wochenrückblick (18.04. bis 24.04.2022)

Vom Echinger Stausee wurden im Wochenverlauf bis zu 5 Nachtreiher gemeldet (21.04.), die ganze Woche war weiterhin ein Kleines Sumpfhuhn zu sehen und Stelzenläufer wurden am 18.04. (1 Ind.) sowie am 19.04. (2 Ind.) beobachtet. Außerdem hielt sich in den Schilfbereichen des Sees am 18.04. ein Trupp von etwa 10 Bartmeisen auf, am 20.04. gab es den ersten Fischadler dieses Jahres und schließlich wurde am 24.04. eine Zwergschnepfe entdeckt. +++ Etwas weniger zu bieten hatte der Isarstau Altheim, von dem am 22.04. aber immerhin die erste Raubseeschwalbe gemeldet wurde. +++ Erneut wurden auch wieder Wiedehopfe gesichtet, so am 18.04. (Essenbach) am 19.04. (Hascherkeller) und am 24.04. (Wörth). Und bei Gaden sang am 20.04. die erste Nachtigall.

23.04.2022: Ein ganz dickes Dankeschön …

… allen Beteiligten am heutigen, reichlich abenteuerlich verlaufenden Arbeitseinsatz auf einer unserer LBV-Flächen. Einzelheiten dazu ersparen wir uns an dieser Stelle - die wackeren Teilnehmerinnen und Teilnehmer wissen was gemeint ist. Wir hoffen, dass alle Beteiligten über leistungsfähige Waschmaschinen verfügen und wünschen eine zügige körperliche bzw. mentale Regeneration …

 

21.04.2022: Andauernde hohe Bodenfeuchte im Grünland?

Angesichts der anhaltenden Trockenheit, extrem niedriger Grundwasserstände und geringen Schneehöhen im Winter hat uns eine von der Regierung von Niederbayern am 24.02.2022 erlassene Allgemeinverfügung doch etwas überrascht: Sie verlängert die Zulässigkeit des Walzens von Grünland - entgegen der Festlegung des Bayerischen Naturschutzgesetzes - um 14 Tage bis zum 01. April. Die Regierung von Niederbayern begründet ihre Entscheidung mit einer „andauernden hohen Bodenfeuchte“ und stützt sich dabei auf eine fachliche Stellungnahme der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL). Wir haben daher mit Schreiben vom 29.03.2022 bei der LfL um entsprechende Erläuterung gebeten. Die Landesanstalt hat dazu heute Stellung genommen und ihre Entscheidung sowie ihre Bewertungskriterien dargelegt. Wesentlich sind demzufolge mehrere meterologische Größen (Befahrbarkeit, Schneelage, Zeitpunkt des Ergrünens), die der LfL vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in aggregierter Form und in hoher regionalen Differenzierung zur Verfügung gestellt werden. Gemäß dieser Daten war für keinen Landkreis in Bayern eine Walzbarkeit von Günland vor dem 15.03. gegeben.

Wir bedanken uns bei der LfL für die zeitnahe und umfassende Erläuterung, werden zu den relevanten meterologischen Größen und den zugehörigen Auswertealgorithmen aber nochmal beim DWD nachhaken.

20.04.2022: Flussseeschwalben kommen immer früher

Nistfloß in der "April-Ausstattung": Versteckmöglichkeiten für Jungvögel, randliche Gitter und Rettungsflößchen für abgestürzte "Fluganfänger" werden erst im Laufe des Mai angebracht
Nistfloß in der "April-Ausstattung": Versteckmöglichkeiten für Jungvögel, randliche Gitter und Rettungsflößchen für abgestürzte "Fluganfänger" werden erst im Laufe des Mai angebracht

Bis zum heutigen Tag sind bereits über 100 Flussseeschwalben zu ihren Brutplätzen am Echinger Stausee bzw. am Kiesabbau Aquapark zurückgekehrt. Die Rückkehr der Seeschwalben verfrüht sich von Jahr zu Jahr. Offen ist dabei die Frage, ob dies auf klimatische Veränderungen zurückzuführen ist, oder auf den sehr hohen Populationsdruck auf unseren Nistflößen, der die Tiere zu einer möglichst frühen Revierbesetzung zwingt.

Aktuell sind zwei unserer drei Nistflöße bereits in Position, das dritte wurde kürzlich (hoffentlich) prädatorensicher umgebaut und wartet derzeit noch am Ufer des Echinger Stausees auf seinen Einsatz. Das auf dem Foto abgebildete ca. 10 Quadratmeter große Nistfloß am Kiesabbau Aquapark, das außerhalb der Brutzeit am Kiesförderband der Firma Rohrdorfer geparkt ist, wurde vor zwei Tagen an seiner Brutzeitposition verankert, bereits fünf Minuten später landeten die ersten Seeschwalben. Die hier seit sieben Jahren bestehende Kolonie zählt mit im Mittel rund 30 Brutpaaren und ihrer überdurchnittlichen Reproduktionsquote zu den bedeutendsten Standorten in Bayern.


20.04.2022: Ornithologischer Wochenrückblick (11.04. bis 17.04.2022)

Stelzenläufer am 17.04. am Echinger Stausee (R.Suck)
Stelzenläufer am 17.04. am Echinger Stausee (R.Suck)

Folgende Arten sind diese Woche in den Raum Landshut zurückgekehrt: Braunkehlchen (11.04.), Wendehals, Waldlaubsänger (13.04.), Dorngrasmücke, Baumfalke, Baumpieper (15.04.), Halsbandschnäpper, Trauerseeschwalbe, Rohrschwirl (16.04.) und Drosselrohrsänger (17.04.). Außerdem gibt es den ersten Nachwuchs bei den Gänsesägern (5 juv. am 13.04.). +++ Vom Wiedehopf - Vogel des Jahres 2022 - gingen erneut mehrere Meldungen ein: 11.04. (Thal), 13.04. (Truppenübungsplatz) und 14.04. (Ergoldsbach).+++ Am Echinger Stausee rastete vom 15.04. bis 17.04. ein Stelzenläufer, zuvor waren dort eine Mantelmöwe (11.04.) sowie eine Steppenweihe (13.04) beobachtet worden, die jedoch noch von den zuständigen Seltenheitskommissionen überprüft werden müssen. Nicht mehr „meldepflichtig“ ist dagegen seit einigen Jahren das Kleine Sumpfhuhn, von dem ein Ind. ebenfalls am Echinger Stausee am 17.04. entdeckt wurde.


Vervollständigt wird die Zahl "attraktiver" Arten durch 2 Moorenten (Moosburger Stausee am17.04.), bis zu 4 Nachtreiher (Echinger Stausee am 13.04.), einen Säbelschnäbler (Isarstau Altheim am 14.04.) sowie zwei Beobachtungen jeweils eines Regenbrachvogels (Echinger Stausee am 11.04. bzw. Essenbach am 15.04.). +++ Im Wochenverlauf wurden dann noch mehrere Trupps durchziehender Eichelhäher gemeldet und auch bem Waldwasserläufer herrscht weiterhin starker Durchzug mit beispielsweise mindestens 35 Ind. am 11.04.. +++ Ausdrücklich nicht erwähnenswert sind die Ergebnisse der monatlichen Schwimmvogelzählung an den Landshuter Stauseen und Staustufen mit deutlich rückläufigen Zahlen und insgesamt nur noch 2000 Tieren. Lediglich bei der Lachmöwe ergaben sich wegen einer Zugstausituation (Nordostströmung) auffällig hohe Zahlen. +++ Beachtung schenken sollten wir dagegen brutverdächtigen Mittelmeermöwen auf einem Hallendach im Ergoldinger Industriegebiet. Dort wo heute gigantische Industriehallen stehen und Verbrennungsmotoren für den Weltmarkt produziert werden, brüteten früher Kiebitze, Feldlerchen, Rebhühner und Grauammern.

15.04.2022: Ornithologischer Wochenrückblick (04.04. bis 10.04.2022)

Der am Echinger Stausee überwinternde Brachvogel-Trupp (13 Ind.) war am 11.04. letztmalig vollständig und befindet sich seither in Auflösung: Dazu zwei Anmerkungen: 1. Nachdem diese Tiere sich erst jetzt so allmählich in Richtung Brutgebiet aufmachen, liegt der Verdacht nahe, dass es dabei nicht um Brachvögel der bayerischen Population handelt. Die bayerischen Brachvögel haben ihre Reviere bereits seit geraumer Zeit besetzt und überwintern bekanntermaßen überwiegend an der Atlantikküste bei Portugal. 2.) Interessant wäre zu wissen, ob es sich bei den insgesamt fünf ornitho-Meldungen (22.02., 06.03., 14.03., 04.04.) von mehr als 13 Brachvögeln (14 bzw. 15 Ind.) tatsächlich um ein bzw. zwei Tiere mehr gehandelt hat, die sich hier kurzfristig dazugesellt haben, oder ob hier Unsicherheiten von Zählungen deutlich werden. Beispielsweise durch Mehrfachzählungen von Tieren, die während der Zählung ihren Standort gewechselt haben. Wie dem auch sei: Die Betrachtung von Unsicherheiten bei Vogelzählungen erscheint uns grundsätzlich ein bisher deutlich zu wenig untersuchtes Phänomen zu sein. +++ Hier die Rückkehrer der Woche: Bruchwasserläufer (07.04.), Nachtreiher (07.04.), Fitis (07.04.), Schwarzmilan (07.04.) und Flussseeschwalbe (09.04.) +++ Vom Echinger Stausee wurde im Wochenverlauf wieder so einiges an Watvögeln gemeldet, darunter erneut große Ansammlungen von Kampfläufern (128 Ind. am 07.04.) sowie mehrmals einzelne Uferschnepfen und Regenbrachvögel. Dazu immer auch größere Trupps von Waldwasserläufern (18 Ind. am 08.04.), von dem auch von verschiedenen anderen Gewässern im Raum Landshut Meldungen erfolgten. +++ Im Isarmoos rasteten am 04.04. noch zwei Trupps mit 20 bzw. 30 Goldregenpfeifern, zudem wurde dort am 10.04. ein später Merlin entdeckt. +++ Bei Ohu wurde ein weiterer Wiedehopf gesichtet (04.04.), am 06.04. ging vom Landshuter Truppenübungsplatz die Meldung einer Sumpfohreule ein und bei Baierbach gab es am 07.04. eine Zwergschnepfe. +++ Und während am 08.04. die ersten Flussregenpfeifer auf die Isarkiesbänke bei Bruckberg zurückgekehrt sind (und dort bereits wieder von Erholungssuchenden herumgescheucht werden), scheint die Pfeifente ihr jetzt schon traditionelles Überwinterungsgebiet in der Landshuter Flutmulde (mit teilweise über 100 Ind.!) am 09.04. endgültig geräumt zu haben. Jedenfalls für diese Saison.

16.04.2022: Schwächung des Naturschutzes von historischer Tragweite?

Die Bundesregierung hat kürzlich ihr Eckpunktepapier „Beschleunigung des naturverträglichen Ausbaus der Windenergie an Land“ vorgestellt. Vom LBV liegt hierzu noch keine offizielle Stellungnahme vor, allerdings hat der Landesvorstand des LBV bereits vor einigen Wochen erklärt, dass er die Bereitstellung von bundesweit zwei Prozent der Landesfläche für Windkraftnutzung hinsichtlich des Erhalts der Biodiversität grundsätzlich als unproblematisch einstuft. Wie nebenstehende Pressemitteilung zeigt, sehen dies nicht alle Naturschutzverbände so.

Pressemitteilung NI 220407.pdf
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13.04.2022: Ornithologischer Wochenbericht (28.03. bis 03.04.2022)

Vom Wiedehopf – immerhin Vogel des Jahres 2022 – gab es im Laufe der Woche gleich drei Meldungen: Zunächst am 31.03 bei Stallwang, dann am 01.04. bei Weihmichl und schließlich am 03.04. bei Vilsbiburg. Zurückgekehrt sind im Wochenverlauf auch Trauerschnäpper (29.03.), Schafstelze (31.03.) und Mehlschwalbe (02.04.). +++ Am Echinger Stausee rastete vom 28.03. bis 29.03. ein Sichler, zudem hielten sich dort unter einer ganzen Reihe verschiedener Watvogelarten auch 2 Uferschnepfen auf und am 30.03. zog über Auloh ein erster Schwarzstorch in nordöstliche Richtung.

02.04.2022: Ornithologischer Wochenbericht (21.03. bis 27.03.2022)

Ziehender Kranichtrupp am 23.03. über Altdorf (Foto: S.Riedl)
Ziehender Kranichtrupp am 23.03. über Altdorf (Foto: S.Riedl)

Am Echinger Stausee rastete auch in dieser Woche noch eine sehr hohe Zahl an Kampfläufen (159 Ind. am 22.03.), außerdem tauchte dort am 22.03. der nahezu jährlich erscheinende Chileflamingo wieder auf. +++ Das erste Tüpfelsumpfhuhn dieses Jahres wurde am 26.03. im Mündungsbereich der Landshuter Flutmulde entdeckt (Erstnachweis für dieses Gebiet), ein weiteres dann am Folgetag am Echinger Stausee. +++ Erneut gab es im Wochenverlauf auch wieder Goldregenpfeifer zu sehen (7 Ind. am 27.03. im Isarmoos) und am 23.03. zog ein Trupp von 18 Kranichen in östlicher Richtung am Nordrand des Isartales entlang. Er wurde dabei gleich von drei unterschiedlichen Stellen gemeldet: Zunächst aus Altdorf, dann vom Glöcklberg bei Altheim und schließlich vom Kalteller Berg bei Mettenbach. Die „Luftraumüberwachung“ scheint also zumindest an diesem Tag ziemlich gut funktioniert zu haben.


26.03.2022: Pflanzaktion in der Hüttenkofener Isarau

Flächig absterbender Eschenwald im LBV-Schutzgebiet "Hüttenkofener Au"
Flächig absterbender Eschenwald im LBV-Schutzgebiet "Hüttenkofener Au"

In unserem gut 1.4 Hektar großen Schutzgebiet „Hüttenkofener Au“ war langfristig eigentlich eine Naturwaldentwicklung geplant. Da dieser Wald zu über 90 Prozent aus Eschen besteht, kommt es hier durch das Eschentriebsterben aber nun zu einem nahezu vollständigen Absterben des Baumbestandes. Hinzu kommt eine ausgeprägte, flächige Dominanz der Waldrebe, die einen natürlichen Aufwuchs von Jungbäumen mittel- bis langfristig unmöglich macht. Angesichts dieser Tatsache, aber auch vor dem Hintergrund der Ausweisung großflächig ungenutzter Naturwaldzonen im überwiegenden Teil der Landshuter Isarauen, haben wir uns nun für einen Strategiewechsel entschieden: Wir werden in diesem Schutzgebiet in den nächsten Jahren ein Netz naturschutzfachlich wertvoller Weichhölzer aus Schwarzpappeln und Silberweiden einbringen, ergänzt durch andere in den Isarauen eher unterrepräsentierte Arten wie Eiche und Flatterulme. Insbesondere Schwarzpappeln und Silberweiden sind für die Artenvielfalt äußerst wertvoll, haben in den Landshuter Auwäldern aufgrund fehlender Flussdynamik aber ohne gezielte Einbringung und Aufwuchspflege keine Zukunft.


Die ersten zwei Dutzend Bäume wurden nun eingebracht, mit großzügigen Pflanzabständen von ca. 10 Metern, sodass sie sich zu breitkronigen Exemplaren entwickeln können. Sie müssen in den ersten Jahren intensiv betreut und geschützt werden, insbesondere gegen den Aufwuchs der Waldrebe. Weitere Anpflanzungen sollen in gleicher Weise in den nächsten Jahren folgen, sodass sich hier auf der Gesamtfläche ein in den Isarauen verschwindender Weicholz-biotop entwickeln wird.

26.03.2022: Ornithologischer Wochenbericht (14.03. bis 20.03.2022)

Wir freuen uns in dieser Woche über die erste Rauchschwalbe (20.03., Echinger Stausee), Knäkente (14.03.), Mönchsgrasmücke (14.03.), Flusssregenpfeifer (18.03.) und Blaukehlchen (18.03.) waren zuvor bereits zurückgekehrt. +++ Mehrmals konnten im Wochenverlauf auch wieder durchziehene bzw. rastende Goldregenpfeifer beobachtet werden (max. 20 Ind. am 20.03. bei Eching) und vom Echinger Stausee) wurde eine jahreszeitlich außerordentlich große Ansammlung von ca. 150 Kampfläufern gemeldet. Höchster Wert für den Raum Landshut seit April 1996. Für den Monat März liegt bislang lediglich eine einzige Meldung von mehr als 100 Ind. vor, sie liegt noch länger zurück und stammt vom 30.03.1968 (111 Ind.). Aktuell ziehen vom Kampfläufer überwiegend die zentraleuropäischen Populationen durch, die erheblich größeren nordeuropäischen Populationen haben ihr Durchzugsmaximum üblicherweise erst Ende April/Anfang Mai. 

23.03.2022: Giftige Naturschutzgebiete

Die immense Abnahme des Insektenbestandes in den letzten Jahrzehnten ist zweifelsfrei eine der wesentlichen Ursachen für die Bestandsrückgänge zahlreicher Vogelarten, insbesondere von Arten der Agrarlandschaft. Zurückzuführen sind beide Entwicklungen nach derzeitigem Kenntnisstand u.a. auf den Einsatz von Pestiziden.

 

Eine neue, bundesweite Studie hat nun gezeigt, dass selbst in Schutzgebieten die Pestizidbelastung von Insekten enorm ist. Untersucht wurden dazu Pestizide auf und in Insekten, die ausschließlich in Schutzgebieten beprobt bzw. gefangen wurden (Naturschutzgebiete, NATURA-2000-Gebiete). Im Mittel wuden je Schutzgebiet 16 verschiedene Arten von Pestiziden nachgewiesen, insgesamt konnten 47 verschiedene Wirkstoffe identifiziert werden.

22.03.2022: Alle Vögel sind schon da - Umweltbildung für Vollzeit-Pflegeeinrichtungen

Bei diesem landesweiten Projekt des LBV handelt sich um eine von den Pflegekassen finanzierte Präventionsmaßnahme, die den Bewohnern von Pflegeheimen mehr Lebensqualität bringen und dem Erhalt der psychosozialen Gesundheit dienen soll. Angestrebt ist zudem eine Stärkung der kognitiven Ressourcen sowie die Steigerung der körperlichen Aktivität und Mobilität.  Im Raum Landshut nehmen bislang des Seniorenzentrum Buch am Erlbach sowie das Pflege- und Seniorenheim Matthäusstift teil. Auf den neu erstellten Internet-Seiten des LBV-Landesverbandes gibt es neben Hintergründen und Informationen zu dieser Aktion jetzt auch eine landesweite Übersichtskarte aller beteiligten Einrichtungen.

18.03.2021: Ornithologischer Wochenbericht (07.03. bis 13.03.2022)

Der Schwimmvogel-Bestand an den Landshuter Stauseen und Staustufen hat sich gegenüber dem Vormonat auf jetzt nur noch 4.600 Ind. nahezu halbiert. Die mit Abstand häufigste Art ist aktuell die Reiherente mit immerhin 1.900 Tieren. Das im März eigentlich übliche Frühjahrsmaximum der Reiherente (Heimzug) zeichnet sich bislang allerdings noch nicht ab. Dagegen hat der Heimzug der Löffelente mit 34 Ind. am 13.03. (Moosburger Stausee) bereits merklich eingesetzt. +++ Im Isarmoos wurden im Wochenverlauf mehrfach Trupps von bis zu 7 Kranichen (12.03.), sowie bis zu 5 Goldregenpfeifern (11.03.) beobachtet. Außerdem wurde mit 27 Rostgänsen (08.03.) ein neues, deutliches Gebietsmaximum für den Raum LA festgestellt.

 


17.03.2022: Ornithologischer Wochenbericht (28.02. bis 06.03.2022)

Im Isarmoos rastete am 05.03. und am 06.03. eine Gruppe von 4 Kranichen, zudem wurde von dort am 05.03. eine erste Schwarzkopfmöwe gemeldet. +++ Am Landshuter Truppenübungsplatz wurde am 04.03. eine erste Heidelerche beobachtet, mehrere Feststellungen von Ringeltauben-Schwärmen mit bis zu 500 Ind. (z.B. Kröning, 05.03.) zeigen, dass mittlerweile auch bei dieser Art der Heimzug massiv eingesetzt hat, bei Haselfurth wurden am 06.03. 10 Blässgänse gesichtet und am 03.03. wurde vom Isarstau Niederaichbach nach längerer Zeit wieder mal ein Rothalstaucher gemeldet. +++ Zahlenmäßig durchaus bemerkenswert ist eine Ansammlung von 142 Pfeifenten am 05.03. im Vilstal bei Gerzen. Neuer Höchstwert für den südlichen Landkreis.

10.03.2022: Das Märchen vom bedrohten Greifvogel? - DOG widerspricht einem Bericht des ZDF-Magazins "Frontal"

Die Fachgruppe Rotmilan der Deutschen Ornithologischen Gesellschaft (DOG) stuft wesentliche Aussagen eines am 22.02.2022 im ZDF ausgestrahlen Berichts zu Gefährdung des Rotmilans durch Windkraftanlagen als "befremdlich" ein und hat dazu eine Stellungnahme veröffentlicht.

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09.03.2022: Bewertung des naturschutzfachlichen Potentials von Freiflächen-Solaranlagen im Raum Landshut abgeschlossen

Bewertet wurden "Pflanzliche Vielfalt", "Reproduktionspotential für Insekten" und "Überwinterungspotential für Insekten". Nahezu alle Freiflächen-Solaranlagen im Raum Landshut wurden dazu mehrmals begutachtet. Der Bewertungszeitraum für dieses Projekt umfasste den Zeitraum vom 01.04.2021 bis 31.03.2022. Wir bedanken uns für die Unterstützung und arbeiten derzeit an der Auswertung.

28.02.2022: Ornithologischer Wochenbericht (21.02. bis 27.02.2022)

Waldschnepfenkopf unter dem Landshuter Martinsturm (Foto: S.Rieck)
Waldschnepfenkopf unter dem Landshuter Martinsturm (Foto: S.Rieck)

Im Wochenverlauf wurden am Echinger Stausee die ersten Alpenstrandläufer (2 Ind. am 27.02) beobachtet und unsere 13 Brachvögel sind auch noch da. +++ Am 23.02. war bei Auloh der erste Singdrossel-Gesang zu hören und in der Landshuter Flutmulde wurde mit 126 Pfeifenten ein neuer lokaler Höchstwert festgestellt. +++ Im Isarmoos ziehen weiterhin größere Trupps an Kiebitzen (bis zu 400 Ind. am 27.02.) und Hohltauben durch (25 Ind. am 26.02), am 26.02. und 27.02. wurde ein erster Goldregenpfeifer beobachtet und gleich 31 Nilgänse rasteten am 27.02. in den Kreuzstauden. +++ Mit 19 Bergenten wurde am 25.02. (Moosburger Stausee) die höchste Individuenzahl seit mehr als 30 Jahren beoachtet (12.11.1988), das Gebietsmaximum für den Raum Landshut liegt sogar noch deutlich länger zurück. Es stammt vom 01.12.1959. (24 Ind.).


Die am Fuße des Landshuter Martinsturms gefunden Überreste einer Waldschnepfe (26.02.) bestätigen erneut, dass Wanderfalken nicht nur von lästigen Straßentauben leben, sondern immer wieder auch seltene bzw. sehr seltene Arten schlagen. Das Spektrum reicht von Flussseeschwalben über Regenbrachvögel bis hin zu Wachtelkönigen. Auffällig ist dabei der nur an nachts beleuchteten Standorten festzustellende, nicht unbeträchtliche Anteil von nächtlich ziehenden Vogelarten (z.B. Waldschnepfe), die gegen diese Art von Attacken offensichtlich keine evolutionäre Abwehr- bzw. Fluchtstrategien entwickeln konnten. Die Ansiedlung von Wanderfalken an angestrahlten Gebäuden ist aus naturschutzfachlicher Sicht daher durchaus eine zweischneidige Angelegenheit.

21.02.2022: Ornithologischer Wochenbericht (14.02. bis 20.02.2022)

Zu berichten gibt es diesmal lediglich erste Beobachtungen von Rotmilanen (14.02. und 16.02. bei Altdorf bzw. Münchnerau), einen ersten Kampfläufer am Echinger Stausee (20.02.) sowie einen Merlin im Isarmoos bei Weng (18.02.). Außerdem halten Flussuferläufer (Isarstau Altheim) und der Trupp Brachvögel am Echinger Stausee weiterhin die Stellung. Und in Neufahrn standen am 20.02. bereits zwei Weißstörche auf der Nistplattform. +++ Erstmals Fehlanzeige dagegen bei den Singschwänen am Echinger Stausee.

15.02.2022: Ornithologischer Wochenbericht (07.02. bis 13.02.2022)

Der Schwimmvogelbestand an den Landshuter Stauseen und Staustufen hat sich gegenüber dem Vormonat fast halbiert und liegt jetzt nur noch bei 8.500 Individuen. Besonders starke Rückgänge waren bei den „Pflanzenfressern“ zu verzeichnen: Von den in diesem Winterhalbjahr maximal festgestellten 15.000 Tieren aus dieser Gruppe (Oktober 2021) sind aktuell nur noch knapp 3.000 anwesend, nach noch 9.000 Ind. im Vormonat. Vermutlich ist die Nahrungsgrundlage dieser Arten mittlerweile ziemlich erschöpft. Aufgrund dieser Abnahmen ist bei den dominierenden Arten die Tafelente jetzt auf Platz 3 vorgerückt (1.300 Ind.). +++ Zu den oben dargestellten Schwimmvogel-Summen tragen weiterhin - wenn auch unmaßgeblich - 2 Zwergscharben (Isarstau Altheim), eine Bergente (Isarstau Altheim) sowie 6 Singschwäne (Echinger Stausee) bei. +++ Im Wochenverlauf hat der Heimzug bei einigen Arten deutlich an Fahrt aufgenommen: Im Isarmoos wurden beispielsweise die ersten größeren Trupps von Feldlerchen, Kiebitzen, Bekassinen und Staren beobachtet, dazu – bemerkenswert - am 13.02. eine Grauammer.


13.02.2022: Zwei neue Windräder in Pfeffenhausen in Planung

 

Im "Spechtental", einem Waldgebiet östlich von Pfeffenhausen, sollen die beiden Anlagen entstehen. Dazu zwei Anmerkungen.

 

1. Dieses Vorhaben zeigt, dass ein Zubau von Windkraftanlagen trotz geltender 10H-Regelung durchaus möglich ist, wenn es im zuständigen kommunalen Entscheidungsgremium dafür eine Mehrheit gibt. In Pfeffenhausen ist dies offensichtlich der Fall.

 

2. Die beiden in Pfeffenhausen vorgesehenen Standorte stufen wir als problematisch ein:

  •  Sie liegen außerhalb der für die Region 13 (Landshut und Umgebung) fesgelegten Vorrang- und Vorbehaltsflächen für Windenergienutzung. Diese Gebiete wurden vom Regionalen Planungsverband in einem langwierigen Verfahren unter Berücksichtung aller maßgeblichen planerischen Aspekte (Abstände zu Siedlungen, artenschutzrechtliche Aspekte, Anforderungen der Naherholung) festgesetzt und sollen eigentlich einen „Wildwuchs“ der Standorte in der Region 13 verhindern.
  • Der Landkreis Landshut ist der waldärmste Landkreis in Bayern. Der Ausbau der Windkraft im Raum Landshut muss daher ohne Zugriff auf Waldflächen erfolgen.
  • Windkraftanlagen in Wäldern sind hinsichtlich Kollisionswahrscheinlichkeiten mit Vögeln und Fledermäusen im Allgemeinen erheblich problematischer als Standorte außerhalb von Wäldern. Der Ausbau der Windkraft sollte daher grundsätzlich außerhalb von Waldgebieten erfolgen.

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Blumenwiese (Thomas Staab) Blumenwiese (Thomas Staab) Sie haben Fragen rund um die Natur in und außerhalb Ihres Gartens? Unser LBV-Naturtelefon steht Ihnen Montag bis Freitag von 9 bis 16 Uhr zur Verfügung unter 0 91 74 / 47 75 - 5000
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