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Aktuelles +++ Termine +++ Standpunkte

Donnerstag, 09.12.2021: Aufgrund der aktuellen Corona-Situation muss unser monatliches Treffen leider entfallen

07.12.2021: Verstößt der neue Koalitionsvertrag gegen europäisches Naturschutzrecht?

Der Koalitionsvertrag der neuen Bundesregierung sieht vor, dass der Ausbau erneuerbarer Energien als „der öffentlichen Sicherheit dienend“ eingestuft wird. Diese Definition würde die Position des Naturschutzes beispielsweise beim Ausbau von Windkraftanlagen erheblich schwächen. Denn sollte sie in nationales Recht überführt werden, so würden damit wesentliche Schutzvorschriften der EU-Vogelschutzrichtlinie unwirksam (Artikel 9 (1) VS-RL). Ein kürzlich von der Naturschutzinitiative e.V. (NI) in Auftrag gegebenes Rechtsgutachten kommt daher zu dem Ergebnis, dass die Einstufung des Ausbaus erneuerbarer Energien als „der öffentlichen Sicherheit dienend“ nicht mit europäischem Naturschutzrecht vereinbar ist. Vermutlich kommt da also Arbeit auf das Bundesverfassungsgericht bzw. den Europäischen Gerichtshof zu.

 06.12.2021: Ornithologischer Wochenrückblick (29.11. bis 05.12.2021)

Seeadler am 05.12.2021 am Echinger Stausee (C.Schwab)
Seeadler am 05.12.2021 am Echinger Stausee (C.Schwab)

Am 03.12. wurden die nächsten Singschwäne (3 Ind.) zunächst vom Echinger und später dann vom Moosburger Stausee gemeldet. +++ Außerdem waren an den beiden Stauseen die ganze Woche über bis zu 7 Samtenten zu beobachten (01.12.). Am 05.12. hielten sich am Echinger Stausee ca. 30 Blässgänse sowie ein immaturer Seeadler auf und am Moosburger Stausee wurde der erste Zwergsäger dieses Winters festgestellt. +++ Bayerns späteste Rauchschwalbe wurde letztmalig am 03.12. im Bereich von Volkmannsdorferau gesichtet, wirkte jedoch bereits recht erschöpft. Es dürfte äußerst unwahrscheinlich sein, dass der Vogel angesichts der folgenden reichlich ungemütlichen Tage noch lebt. +++ Bemerkenswerte Ansammlungen von Großmöwen lassen sich derzeit allabendlich am Moosburger Stausee beobachten (671 Ind. am 04.12.). Die Vögel fressen sich tagsüber an den Kompostieranlagen des Umweltbetriebs Wurzer bei Eitting voll und fliegen zum Übernachten dann an den Moosburger See. Neben Mittelmeer- Steppen, Silber- und mindestens einer Heringsmöwe wurden auch 81 Sturmmöwen gezählt.

 


02.12.2021: Deutschland muss Grünlandschutz in FFH-Gebieten endlich ernst nehmen

Heute hat die EU-Kommission verkündet, Deutschland in einem weiteren Naturschutzfall vor den Europäischen Gerichtshof (EuGH) zu bringen. Es geht um den unzureichenden Erhalt von artenreichen Mähwiesen in FFH-(Fauna-Flora-Habitat-)Gebieten, die Teil des EU-Schutzgebietsnetzes Natura 2000 sind.

Pressemitteilung 21-119.pdf
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30.11.2021 Ornithologischer Wochenrückblick (22.11. bis 28.11.2021)

Die mittlerweile ziemlich kurzen Tage und das zumindest teilweise recht ungemütliche Wetter schlagen sich auch in einem deutlichen Rückgang der eingegangenen Beobachtungsmeldungen nieder. Interessante Meldungen gingen lediglich am Wochenende ein: Am Samstag (27.11) konnte im nördlichen Landkreis erneut ein Sperlingskauz nachgewiesen werden und bei Unterwattenbach wurden 5 Kraniche beobachtet. Am Sonntag (28.11.) gab es dann endlich den ersten Rothalstaucher der aktuellen Zugperiode (Isarstau Altheim) und am Moosburger Stausee konnten sich die Beobachter über 3 Samtenten freuen. Etwas in Grenzen hielt sich dagegen die Freude über einen den Moosburger See in östlicher Richtung überfliegenden Trupp von ca. 100 Saat- oder Blässgänsen, da die Tiere nicht sicher bestimmt werden konnten. So richtig tragisch ist das natürlich nicht, ganz im Gegensatz zum Schicksal einer sehr späten Rauchschwalbe, die unweit des Moosburger Stausees bei Temperaturen um den Gefrierpunkt sowie gelegentlichen Schneeschauern unterwegs war. Aktuell ist dies landesweit der späteste Nachweis einer Rauchschwalbe in diesem Jahr - was für den armen Vogel allerdings kein großer Trost sein dürfte.

28.11.2021: Vorbildlich: Landesamt für Finanzen (Dienststelle Landshut) entschärft Glasfront

Das Sterben von Vögeln durch Anflug an technische Einrichtungen (Fahrzeuge, Glasfronten, Windkraftanlagen) hat mittlerweile gigantische Ausmaße angenommen. Schätzungen gehen für Deutschland von rund 100 Millionen Opfern pro Jahr alleine durch Scheibenanflüge aus. Heruntergerechnet auf den Raum Landshut entspricht dies einer Zahl von mehrere Hundert toten Vögeln pro Tag. Tendenz steigend, denn der Einsatz großflächiger Glaselemente bei Neubauten nimmt ständig zu.

 

Dass es dazu durchaus machbare Alternativen gibt, hat kürzlich das Finanzamt Landshut gezeigt. Nach fachkundiger Beratung durch Susanne Rieck vom LBV-Gebäudebrüterschutz wurde dort eine große Glasfront entschärft, an der bereits zahlreiche Vögel zu Tode gekommen waren. Und das - wie das Foto rechts unten zeigt - durchaus in ästhetisch ansprechender Form. Der LBV sagt Danke und hofft auf zahlreiche Nachahmer.

Vorher ....
Vorher ....
... und nachher
... und nachher

24.11.2021: Ein Novum für den LBV Landshut: Verkehrssicherung mit Hilfe eines Fällkrans

Mit der Verkehrssicherung an unseren Grundstücksgrenzen haben wir derzeit viel Stress. Vor allem wegen des seit einigen Jahren grassierenden Eschentriebsterbens, das uns insbesondere auf unseren LBV-Grundstücken im Isartal und in den Isarleiten viel Arbeit macht. Absterbende oder abgestorbene Rotbuchen sind hinsichtlich des Gefährdungspotentials grundsätzlich wenig problematisch, da bei ihnen der Hauptstamm im Allgemeinen stehen bleibt und erst allmählich von oben her Stück für Stück zerfällt. Eine abgestorbene Buche fällt in der Regel also nicht auf ganzer Länge um, was den möglichen Gefährdungsbereich deutlich einschränkt. Allerdings gilt dies nicht für mehrstämmige Exemplare, da diese bei Absterbeprozessen in der Regel an der Hauptverzweigungsstelle auseinanderbrechen und dadurch dann durchaus beträchtliche Gefährdungsradien entstehen.

 

Eine in unserem Schutzgebiet „Teichgebiet Weihenstephan“ stehende, mehrstämmige Rotbuche, die bereits seit einigen Jahren einen starken Pilzbefall aufwies, wurde kürzlich von einem Baumsachverständigen als nicht mehr standstabil eingestuft und war damit leider nicht mehr zu retten. Um den aus naturschutzfachlicher Sicht wertvollen Hauptstamm als stehendes Totholz zu erhalten, wurde der Kronenbereich des Baumes nun mit Hilfe eines Fällkrans abgetragen. Der Einsatz einer derartigen Großmaschine war in diesem Fall auch aus technischen Gründen angesagt – üblicherweise erledigen wir unsere Verkehrssicherungsarbeiten mit deutlich weniger Aufwand: Unter Einsatz von Forstschleppern oder Harvestern und - wo immer dies möglich ist - in Handarbeit.


24.11.2021 Ornithologischer Wochenrückblick (15.11. bis 21.11.2021)

Noch einmal einen kleinen Schub Kraniche gab es am 16.11.: Etwa 100 Tiere zogen in relativ geringer Höhe über Wurmsham in westliche Richtung. +++ Bei Stallwang wurde am 19.11. wieder mal ein Tannenhäher festgestellt. Tannenhäher werden im Raum Landshut nur vereinzelt und eher unregelmäßig beobachtet. Der einzig sichere Brutnachweis stammt aus dem Jahr 2002 (Mettenbach), zudem wurde die Art im Jahr 1993 als „wahrscheinlich brütend“ eingestuft (Oberglaim). In einigen weiteren Jahren bestand darüber hinaus "Brutverdacht". +++ Mindestens zwei Flussuferläufer scheinen auch heuer wieder bei uns überwintern zu wollen, einer davon am Mittleren Isarkanal bei Hofham (19.11.), ein weiterer am Isarstau Altheim (16.11.). +++ Am Echinger Stausee halten sich weiterhin beachtliche 120 Löffelenten auf (21.11.) und am 20.11. wurden dort noch sechs späte Brachvögel festgestellt. +++ Zu mehreren farbmarkierten Vögeln gingen im Wochenverlauf Rückmeldungen ein: Eine Mittelmeermöwe (05.10.2021), beringt am 24.10.2020 in Dänemark, ein Blässhuhn (15.08. bis 02.09.), markiert am 03.05.2021 in Polen, sowie eine Lachmöwe (12.11. und 19.11.), beringt am 03.10.2021 in Polen.

20.11.2021: Mit dem heutigen Arbeitseinsatz am Uppenborndamm Süd sind die Mähaktionen auf unseren Biotopflächen für 2021 jetzt endlich abgeschlossen. Herzlichen Dank an alle Beteiligten für die tatkräftige Unterstützung!

 

Und auf ein Neues in 2022: Los geht's vermutlich im Mai mit einer Teilfächenmahd am Kalteller Berg.

 

Zum nebenstehenden Foto vom 06.11.2021: In unserem LBV-Schutzgebiet "Ehemalige Torfstiche" führen wir seit vielen Jahren Biotoppflegearbeiten durch. Hier entwickeln sich u.a. verschiedene Typen von (Schilf)Lebensräumen.


Hier ein Überblick über die im Herbst/Winter 2021/2022 noch anstehenden Entwicklungs- und Pflegemaßnahmen in unseren Biotopen (Stand: 20.11.2021):

                    

Feuchtwiese Unterwattenbach: Entnahme von Gehölzaufwuchs / Torfstiche Unterwattenbach: abgeschlossen / Kalteller Berg: Schaffung von Sukzessionszonen / Süddamm Echinger Stausee: abgeschlossen / Süddamm Uppenbornwerk: abgeschlossen / Norddamm Uppenbornwerk: abgeschlossen / Teichgebiet Weihenstephan: Abfischen und Ablassen von Teich 2, Verkehrssicherungsmaßnahmen / Sempter Heide: Gehölzrückschnitt / Hohe Bürg: Verkehrssicherungsmaßnahmen prüfen / Kellerberg: Umfangreiche Verkehrssicherungsmaßnahmen (Eschentriebsterben) / Hüttenkofener Au: Verkehrssicherungsmaßnahmen (Eschentriebsterben), Anpflanzung von Eichen / Hüttenkofener Heide: abgeschlossen /  Wörther Isarau: Verkehrssicherung (Eschentriebsterben), Bergung von umgestürzten Eschen aus dem Längenmühlbach, Anpflanzung von Schwarzpappeln, Biberschutz von Schwarzpappeln / Haagholz: Anpflanzung von Solitäreichen auf der Offenfläche, Rückname von Fichtenaufwuchs, Instandsetzung von Wildschutzzäunungen, Entnahme einzelner Großfichten

15.11.2021: Ornithologischer Wochenrückblick (08.11. bis 14.11.2021)

Die Zahl der Schwimmvögel an den Landshuter Stauseen und Staustufen ist gegenüber dem Vormonat noch einmal geringfügig auf jetzt 23.000 Tiere angewachsen (neues Allzeit-Maximum). Neue deutliche Allzeit-Maxima ergaben sich dabei bei Reiherente und Schnatterente mit 5.000 bzw. 3.000 Individuen. Weiterhin sehr hohe Zahlen wurden beim Höckerschwan ermittelt (2.100), sehr stark zugelegt hat gegenüber dem Monat Oktober die Tafelente (1.500). +++ Am Nachmittag des 10.11. zogen erneut mehrere Trupps Kraniche mit bis zu 350 Tieren in westlicher Richtung über Landshut. +++ Am 14.11. wurde bei Essenbach ein männlicher Merlin beobachtet, ein Goldregenpfeifer wurde aus dem Raum Mettenbach gemeldet und am Echinger Stausee hält sich immer noch ein vergleichsweise später Dunkler Wasserläufer auf.

 


12.11.2021: Ornithologischer Wochenrückblick (01.11. bis 07.11.2021)

Ornithologisch eine ziemlich magere Woche: Zu melden gibt es lediglich einen späten Zilpzalp in der Liebenau (01.11.), drei späte Rauchschwalben am Isarstau Altheim (02.11.) sowie eine erste Rotdrossel am 03.11. bei Dirnau. Fehlanzeige auch beim Kranich. +++ Deutlich eingesetzt hat mittlerweile der Einflug sog. Trompetergimpel, darunter ein Trupp von 10 Ind. am 06.11. bei Unterwattenbach. Gimpel dieser Unterart lassen sich optisch nicht von mitteleuropäischen Gimpeln unterscheiden, sie rufen jedoch völlig anders.

 

04.11.2021: Ornithologischer Wochenrückblick (25.10. bis 31.10.2021)

Zugwege des Kranichs über Mitteleuropa (Quelle: www.kraniche.de)
Zugwege des Kranichs über Mitteleuropa (Quelle: www.kraniche.de)

Die ganze Woche über gingen Meldung von zum Teil beträchtlichen Trupps durchziehender Kraniche ein. Der Schwerpunkt des Durchzugs fand am 25.10. mit Schwärmen von weit über 1000 Tieren statt, wobei nahezu der gesamte Raum Landshut überflogen wurde. Wie bereits in den Vorjahren konnten mehrere vermutlich sehr große Schwärme aufgrund der bereits einsetzenden Dunkelheit zahlenmäßig nicht abgeschätzt werden. Dieses noch vor 20 Jahren bei uns völlig undenkbare Naturschauspiel ist auf einen neu entstandenen Zugweg des Kranichs zurückzuführen, der vom ungarischen Massenrastplatz bei Hortobagy Richtung Schweiz/Frankreich führt (siehe nebenstehendes Zugschema). Und zwar nördlich der Alpen und damit über das südliche Bayern hinweg. Diese innerhalb nur weniger Jahre vorgenommene Zugwegverlagerung des Kranichs zeigt einmal mehr, mit welch hoher Dynamik Prozesse in der Vogelwelt ablaufen! +++ Ansonsten gab es im Wochenverlauf noch 2 Goldregenpfeifer bei Kröning zu sehen (30.10.), im nördlichen Landkreis erneut einen Sperlingskauz sowie einen bemerkenswerten Schwarm von etwa 1500 durchziehenden Saatkrähen über der Münchnerau (30.10.). Saatkrähenschwärme in dieser Größeordnung gehören leider fast schon der Vergangenheit an.


03.11.2021: Ornithologischer Wochenrückblick (18.10. bis 24.10.2021)

Jahreszeitlich planmäßig sind am Isarstau Altheim am 23.10. die ersten 4 Singschwäne eingetroffen. Ziemlich aus dem Rahmen fällt dagegen eine Schätzung von etwa 450 Pfeifenten, ebenfalls vom 23.10. am Isarstau Altheim. Individuenzahlen in dieser Größenordnung kennen wir für die Pfeifente im Raum Landshut bislang nicht. Der Wert liegt fast um den Faktor drei über der im Rahmen der Schwimmvogelzählung eine Woche zuvor (16.10.) ermittelten Anzahl. +++ Am Echinger Stausee wurden am 24.10. mit Brachvogel, Bekassine, Dunklem Wasserläufer, Grünschenkel, Waldwasserläufer und Kampfläufer immerhin sechs Watvogelarten gemeldet. Ganz ordentlich für Ende Oktober! Außerdem hält sich dort immer noch eine Rohrdommel auf (ebenfalls 24.10.).  

26.10.2021: LBV zur aktuellen Windkraft-Debatte: Finger weg vom Wald!

LBV fordert Staatsregierung zu sinnvoller und nachvollziehbarer Planung von Windkraftanlagen in Bayern auf

Pressemitteilung 103-21.pdf
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18.10.2021: Entwicklungsmaßnahmen in der Hüttenkofener Heide abgeschlossen

Bodennebel in der Hüttenkofener Heide
Bodennebel in der Hüttenkofener Heide

Auf einer Fläche von 2.5 Hektar - davon ein Hektar im Eigentum des LBV – soll sich in den kommenden Jahren ein artenreicher Magerstandort entwickeln, wie ihn der Raum Landshut bislang nicht kennt: Sowohl hinsichtlich des Arteninventars als auch der Flächengröße.

 

In den vergangenen Wochen wurden dazu gewaltige Mengen Mähgut bzw. Samenmaterial von verschiedenen naturschutzfachlich hochwertigen Standorten aus der Region flächendeckend ausgebracht. Koordiniert und umgesetzt wurden die Maßnahmen vom Landschaftspflegeverband Landshut. Jetzt sind wir schon sehr gespannt auf die erste Vegetationsperiode!

 


18.10.2021: Ornithologischer Wochenrückblick (11.10. bis 17.10.2021)

Kuhreiher im Echinger Nebel am 17.10.2021 (Foto: S.Riedl)
Kuhreiher im Echinger Nebel am 17.10.2021 (Foto: S.Riedl)

 

Mit mehr als 22.000 Schwimmvögeln hat der Wasservogelbestand an den Stauseen und Staustufen im Raum Landshut ein neues Allzeithoch erreicht. Wasservogelzähler und Zähluhren kamen an ihre Grenzen. Es dominieren Blässhuhn (8.800), Schnatterente (2.600), Reiherente (2.200), Höckerschwan (neuer Höchstwert mit 2.100 Ind.) und Kolbenente (1.700). Bemerkenswerte Zahlen ergaben sich zudem bei Pfeifente (354 Ind.) und Löffelente (252 Ind.). Deutliche Zunahmen ergaben sich bei Blässhuhn (+3.000), Schnatterente (+1.200) und Höckerschwan (+600), signifikante Abnahmen wurden dagegen bei Reiherente (-400) und Kolbenente (-1.200) festgestellt. +++ Der diesjährige Durchzug von Kranichen begann am 17.10. um 02.00 Uhr morgens bei Edlkofen, am Abend des gleichen Tages gingen dann weitere Meldungen mit Trupps von bis zu 600 Ind. aus dem Bereich Bodenkirchen/Wurmsham ein. Alle Trupps waren in westliche Richtung unterwegs. +++ Eingetroffen sind am 17.10. jetzt auch die ersten größeren Saatkrähen-Schwärme mit beispielsweise 500 Ind. bei Altdorf. Außergewöhnlich spät dran war dagegen ein diesjähriger Neuntöter, der am 11.10.2021 bei Unterwattenbach beobachtet wurde. +++ Am Echinger Stausee wurde am 11.10. erneut eine Rohrdommel entdeckt und am 17.10. tauchten dort als absolute Überraschungsgäste 3 KUHREIHER aus dem Nebel auf. Es handelt sich hierbei um den 4. Nachweis für den Raum Landshut (26.05.-30.05.2019, 19.04.-20.04.2020, 04.07.2020), der auch jahreszeitlich ziemlich aus dem Rahmen fällt. +++ Im Rahmen von Zugplanbeobachtungen bei Tiefenbach wurden am 15.10. 14 Heidelerchen und ein Goldregenpfeifer festgestellt.

 


17.10.2021: Ornithologischer Wochenrückblick (04.10. bis 10.10.2021)

Im Rahmen von Zugplanbeobachtung auf einer Anhöhe bei Tiefenbach wurden im Wochenverlauf mehrmals durchziehende Trupps von Heidelerchen (max. 44 Ind. am 09.10.) sowie einzelne Rotkehlpieper festgestellt (max. 4 Ind. am 09.10.). Außerdem zogen am 04.10. bemerkenswerte 12.800 Ringeltauben und 2.900 Buchfinken durch. +++ Eine vergleichsweise späte Beobachtung eines Flussuferläufers am 06.10. bei Gretlmühle lässt uns über einen erneuten Überwinterungsversuch spekulieren. +++ Vom Sperlingskauz gingen in dieser Woche gleich zwei Meldungen ein, eine davon aus dem südlichen Landkreis, wo diese Art bislang nur ein einziges Mal (20.09.2020) nachgewiesen werden konnte. +++ Nach vierwöchigem Aufenthalt hat unsere Pfuhlschnepfe (K1) den Moosburger Stausee nun verlassen (letztmalig am 09.10.), der seit dem 29.09. dort anwesende Kiebitzregenpfeifer (K1) wurde letztmalig am 04.10. gemeldet und vom 04.10. bis 06.10. rasteten dort noch immerhin 10 sehr zutrauliche Sandregenpfeifer, alle ebenfalls im 1. Kalenderjahr.

11.10.2021: Ornithologischer Wochenrückblick (27.09. bis 03.10.2021)

Ein Kiebitzregenpfeifer rastete zunächst am Echinger Stausee (28.09.), den Rest der Woche dann am Moosburger Stausee. Dort war weiterhin auch eine diesjährige Pfuhlschnepfe zu sehen (seit 08.09.). +++ Im Rahmen von Zugplanbeobachtungen wurden am 30.09. ein Rotkehlpieper sowie eine Grauammer festgestellt (Aign), am 03.10. dann u.a. bemerkenswerte Durchzugszahlen beim Buchfink (2020 Ind., Käufelkofen). +++ Am Echinger Stausee konnte am 03.10. erneut eine Rohrdommel nachgewiesen werden, dazu ein vergleichsweise später Drosselrohrsänger. +++ Die Löffelente erreichte am Moosburger Stausee zuletzt zwar nicht mehr die Individuenzahlen der Vorwoche, dafür wurden jetzt auch am Echinger Stausee mit 31 Ind. (03.10.) bzw. am Isarstau Altheim mit 58 Ind. (27.09.) durchaus beträchtliche Ansammlungen gemeldet. +++ Nicht unerwähnt bleiben soll ein erneuter Sperlingskauz im nördlichen Landkreis.

 

29.09.2021: Ornithologischer Wochenrückblick (20.09. bis 26.09.2021)

Raubseeschwalbe am 26.09.2021 am Moosburger Stausee (R.Suck)
Raubseeschwalbe am 26.09.2021 am Moosburger Stausee (R.Suck)

 

Am Moosburger Stausee rastete auch diese Woche noch eine diesjährige Pfuhlschnepfe. Außerdem wurde dort erneut eine Moorente entdeckt (24.09.), am 26.09. zogen zwei Raubseeschwalben durch und die Zahl der Löffelenten erreichte mit 151 Ind. (23.09.) ihren diesjährigen Höchstwert. +++ Vom Echinger Stausee wurde am 20.09. ein Fischadler gemeldet, bei Gaden gab es am 25.09. einen Tannenhäher und am 26.09. zog bei Tiefenbach ein Brachpieper durch.

 


22.09.2021: Ornithologischer Wochenrückblick (13.09. bis 19.09.2021)

Ende einer Reise: Diesjähriger Kuckuck nach Scheibenanflug am Landshuter Jobcenter am 15.09.2021 (S.Rieck)
Ende einer Reise: Diesjähriger Kuckuck nach Scheibenanflug am Landshuter Jobcenter am 15.09.2021 (S.Rieck)

 

Die Zahl der Schwimmvögel an den Landshuter Stauseen und Staustufen hat gegenüber dem Vormonat deutlich auf jetzt knapp 18.000. Ind. zugenommen (+6.000). Zuwächse gab es überwiegend am Moosburger Stausee (+5.000) sowie am Isarstau Niederaichbach (+1.300), am Echinger See war dagegen ein signifikanter Rückgang zu verzeichnen. Es dominieren Blässhuhn (5.800), Kolbenente (2.900) und Reiherente (2.700), bemerkenswert schwache Zahlen ergaben sich dagegen – wie bereits im Vorjahr – bei der Tafelente (580 Ind.). +++ In seinem afrikanischen Winterquartier hätte ein später Kuckuck (15.09.) vermutlich ein sehr geringes Risiko für einen Scheibenanflug gehabt. Leider hat er es bis dahin nicht geschafft und beendete sein Leben an einer Glasfront des Landshuter Jobcenters. +++ Am Echinger Stausee hält sich weiterhin ein diesjähriges Kleines Sumpfhuhn auf (10.09. bis 17.09.), außerdem wurde dort am 19.09. erneut eine Rohrdommel festgestellt.

 


Auf einer kleinen Schlickfläche am Einlauf des Moosburger Stausees lassen sich weiterhin diesjährige Watvögel verschiedener Arten aus nächster Nähe beobachten – alle wie bereits im letzten Wochenbericht geschildert - ohne große Scheu vor Menschen. Darunter immer noch  die bereits seit dem 08.09. anwesende Pfuhlschnepfe und am 19.09. ein Kiebitzregenpfeifer. Die kleine Schlickinsel wird von all diesen Vögeln selbstverständlich nicht direkt angeflogen, auch eine Zugtradition scheidet bei den ausschließlich diesjährigen Vögeln logischerweise aus. Es ist die große, beim Überflug weithin sichtbare Wasserfläche des Moosburger Stausees (beim Blick aus dem Flugzeug erkennt man Wasserflächen über viele Dutzend Kilometer!) die diese nordischen Durchzügler zu einer Rast anlockt. Zum Fressen und Rasten stehen dann allerdings nur die rund 500 Quadratmeter Schlamm und Schlick am Einlauf des Sees zur Verfügung.

14.09.2021: Ornithologischer Wochenrückblick (06.09. bis 12.09.2021)

Diesjährige Pfuhlschnepfe am Moosburger Stausee, 09.09.2021 (C.Schwab)
Diesjährige Pfuhlschnepfe am Moosburger Stausee, 09.09.2021 (C.Schwab)

 

Am Beispiel einer seit dem 08.09. am Moosburger Stausee rastenden Pfuhlschnepfe zeigt sich, dass Vögel von Geburt an keine Scheu vor Menschen haben. Dies gilt vermutlich für alle Arten! Erst eigene negative Erfahrungen mit Menschen (Jagd) oder Flucht- bzw. Warnverhalten von Artgenossen/Elterntieren, die wiederum selbst ensprechend konditioniert wurden, ändert dies (siehe hierzu auch die unten stehende Anmerkung). +++ Beeindruckend ist am Moosburger Stausee aktuell aber vor allem die gigantische Zahl von jetzt ziemlich genau 10.000 Schwimmvögeln, darunter knapp 3.000 Kolbenenten. Außerdem wurden dort am 11.09. eine durchziehende Wiesenweihe sowie eine Raubseeschwalbe festgestellt. +++ Vom Echinger Stausee gingen im Wochenverlauf mehrere Beobachtungen von bis zu 2 Rohrdommeln (12.09.) und eines Kleinen Sumpfhuhns ein (10.09. bis 12.09.), außerdem gab es am 07.09. 6 Raubseeschwalben zu sehen. +++ Und hier noch weitere Einzelnachweise aus dieser Woche: 4 Bienenfresser über Tiefenbach (07.09.), ein Kiebitzregenpfeifer bei Mirskofen (08.09.), ein Seidenreiher (09.09.) sowie ein Rotfußfalke (11.09.) am Isarstau Altheim und erneut ein rufender Sperlingskauz im nördlichen Landkreis (10.09.).

 


 

Anmerkung: Eine viele Jahre zurückliegende Beobachtung bei einer am Echinger Stausee aufgewachsenen Flussseeschwalbe zeigt, dass nicht nur (Jung)Vögel aus menschenleeren, hochnordischen Brutgebieten keinerlei Scheu vor Menschen haben. Im Allgemeinen lernen junge Seeeschwalben durch das aufgeregte Verhalten der Altvögel bereits von klein an, dass Gefahr drohen kann, wenn sich Menschen nähern. Das entsprechende Fluchtverhalten prägt sich auf diese Weise unmittelbar ein. Ganz anders stellt sich dagegen die Situation dar, wenn ein Zusammentreffen von Mensch und (Jung)Vogel ohne die Anwesenheit warnender Altvögel erfolgt: Mitte September 1980 wurden im Anschluss an die Brutsaison Reparaturarbeiten auf der damaligen Flussseeschwalben-Brutinsel durchgeführt. Zu diesem späten Zeitpunkt hielt sich nur noch ein einzelner, bereits gut flugfähiger Nachzügler im Gebiet auf, es waren - was ungewöhnlich ist - keine Altvögel mehr anwesend.  Diese junge Seeschwalbe zeigte zur Überraschung aller Beteiligten keinerlei Scheu vor den auf der Insel arbeitenden Menschen, landete immer wieder im Abbstand von nur wenigen Metern und machte darüber hinaus durch ausführliches Komfortverhalten einen überaus entspannten Eindruck.

08.09.2021: Ornithologischer Wochenrückblick (30.08. bis 05.09.2021)

Leuzistische Lachmöwe am 05.09.2021 am Echinger Stausee (Foto: C.Schwab)
Leuzistische Lachmöwe am 05.09.2021 am Echinger Stausee (Foto: C.Schwab)

Am Moosburger Stausee arbeitet sich die Zahl der Löffelenten mit zuletzt 132 Ind. (05.09.) kontinuierlich nach oben. Auch die Zahl der Kolbenenten kann sich allmählich sehen lassen: 2732 Ind. am 05.09., darunter 2 farbmarkierte Ind. und dazu endlich auch eine erste Moorente. +++ Am Echinger Stausee hält sich weiterhin eine Rohrdommel auf (30.08., 05.09.), außerdem wurde dort am 05.09. eine leuzistische Lachmöwe beobachtet. +++ Am Isarstau Altheim durften sich die Freunde seltener Arten über zwei diesjährige Odinshühnchen freuen (30.08. bis 01.09.) und als Zugabe gab es am 31.08. einen Fischadler. Ein Odinshühnchen konnte im Raum LA letztmalig am 27.05.2014 nachgewiesen werden. +++ Auch bei der Steppenweihe – 1 Ind. (K1) am 30.08. nördlich von Ergolding – liegt der letzte Nachweis sieben Jahre zurück. +++ Fast während der gesamten Woche herrschte starker Zugstau beim Trauerschnäpper, am 04.09. wurde bei Mettenbach ein Rotfußfalke (MK2) beobachtet und ebenfalls am 04.09. zog über Wurmsham ein Trupp von 11 Bienenfressern durch. +++ Am 31.08. wurden am Truppenübungsplatz 12 Heidelerchen beobachtet und vom Isarstau Niederaichbach wurde ebenfalls am 31.08. ein Seidenreiher gemeldet.


01.09.2021: Ornithologischer Wochenrückblick (23.08. bis 29.08.2021)

 

Mit den letzten flüggen Jungvögeln ist am 29.08. die Brutsaison der Flussseeschwalben zu Ende gegangen. 78 Brutpaare brachten insgesamt mindestens 93 junge Seeschwalben zum Ausfliegen – ein überraschend gutes Ergebnis vor dem Hintergrund der teilweise extremen Witterung mit sintflutartigen Regenfällen. Am Echinger Stausee kam es darüber hinaus zu Beginn der Brutsaison zu Gelegeverlusten, die mit hoher Wahrscheinlichkeit auf einen (durchziehenden?) Fischotter zurückzuführen sind. +++ Endlich gibt es am Ergoldinger Rosenhof-Weiher einen sicheren Brutnachweis für die Zwergdommel: Am 24.08. wurde ein erster Jungvogel beobachtet. +++ Am 29.08. wurden bei Postau zwei durchziehende Mornellregenpfeifer festgestellt. Mornellregenpfeifer sind Brutvögel in nordskandinavischen Bergregionen, ziehen offensichtlich regelmäßig bei uns durch, wurden bis vor wenigen Jahren aber nicht gezielt gesucht. Bislang liegen Einzelnachweise aus den Jahren 2016, 2018, 2019 und 2020 vor.


+++ Am Echinger Stausee wurde nach vierjähriger Fehlanzeige wieder einmal ein Teichwasserläufer entdeckt (23.08., 24.08.), außerdem rasteten dort vom 23.08. bis 25.08. 3 Raubseeschwalben. Gemeldet wurde zudem ein Regenbrachvogel (23.08.) sowie ein Seidenreiher (24.08.). +++ An den Mittleren Isarstauseen halten sich aktuell durchaus berichtenswerte Ansammlungen von Knäkenten (>70 Ind.) und Löffelenten (>100 Ind.) auf, bei der Kolbenente sind gegenüber der Vorwoche zwar deutlich Zunahmen festzustellen, die aktuell anwesenden 1500 Ind. sind gegenüber den Vorjahren aber immer noch vergleichsweise schwach. Außerdem sind am 29.08. die ersten Pfeifenten eingetroffen. +++ Im Wochenverlauf in weiten Teilen das Landkreises starker Durchzug von Braunkehlchen und Steinschmätzern, bei Bayerbach wurde ein erster Brachpieper beobachtet (29.08.) und in den Wäldern des nördlichen Landkreises konnte wieder mal ein Sperlingskauz nachgewiesen werden (27.08.).

30.08.2021: Wie ernst nimmt der Staat seine (Naturschutz)Gesetze?

Freizeitnutzungen machen eine Ansiedlung des landesweit vom Aussterben bedrohten Flussuferläufers im Bereich der "Sieben Rippen" unmöglich – der Lebensraum wäre prinzipiell geeignet.
Freizeitnutzungen machen eine Ansiedlung des landesweit vom Aussterben bedrohten Flussuferläufers im Bereich der "Sieben Rippen" unmöglich – der Lebensraum wäre prinzipiell geeignet.

Im Naturschutzgebiet Vogelfreistätte Mittlere Isarstauseen, dem einzigen Naturschutzgebiet des Landkreises Landshut, ist nach geltender Schutzgebietsverordnung ein Verlassen der Wege nicht gestattet. Damit stellt beispielsweise das Betreten der Kiesbänke oder das Baden in der Isar zwischen dem Bruckberger Isarabbruch und Hofham einen Verstoß gegen diese Schutzgebietsverordnung dar. Soweit die Theorie. Die Praxis sieht leider völlig anders aus, insbesondere nachdem die Wasserqualität der Isar vor einigen Jahren als „badetauglich“ eingestuft wurde: Bereits bei halbwegs akzeptablen Witterungsbedingungen wird auf den Kiesbänken gelagert, gegrillt und gefeiert. Und das zuständige Landratsamt Landshut lässt keine Bereitschaft zum Vollzug der Schutzgebietsverordnung erkennen.

 

Im Rahmen eines Ortstermins an der Isar haben sich am 25.08. Vertreter von LBV und BUND Naturschutz mit diesem Problem beschäftigt. Beide Verbände sind sich dabei durchaus dem vorliegenden Spannungsfeld bewusst: Einerseits das Bedürfnis der Bevölkerung nach Naherholung bzw. Naturerlebnis, auf der anderen Seite der Schutz gefährdeter Arten bzw. die Frage, wie ernst der Staat seine eigenen (Naturschutz)Gesetze nimmt. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Termins stufen die aktuelle Situation im Schutzgebiet jedenfalls als nicht akzeptabel ein und halten eine grundsätzliche Diskussion mit den Entscheidungsträgern der Naturschutzverwaltung für erforderlich.


29.08.2021: Ornithologischer Wochenrückblick (16.08. bis 22.08.2021)

Erstnachweis für den ALPENSEGLER für den Raum Landshut (und vermutlich auch für ganz Ostbayern!) am 16.08. in bzw. über der Landshuter Altstadt. +++ Interessante, wenn auch nicht ganz so spektakuläre Beobachtungen gab es erneut auch wieder vom Echinger Stausee: Eine erste Weißflügel-Seeschwalbe (16.08.), ein Regenbrachvogel und eine Raubseeschwalbe (18.08.) sowie am 22.08. eine Rohrdommel und weitere 2 Raubseeschwalben. Zudem wurden erneut bis zu 2 Seidenreiher gemeldet, dazu eine in Tschechien farbmarkierte Reiherente, die bereits  im Spätsommer 2020 am Echinger Stausee abgelesen werden konnte (18.08.). +++ Ein erster, jahreszeitlich sehr früher Merlin wurde am 19.08 bei Unterwattenbach beobachtet, außerdem begann am 20.08. der Durchzug der ersten Steinschmätzer (Altheim, Käufelkofen) . +++ Vom Ergoldinger Rosenhof-Weiher werden weiterhin Zwergdommeln gemeldet (wir warten hier allmählich auf Beobachtungen von Jungvögeln) und die um diese Jahreszeit fast schon regelmäßig festgestellten großen Trupps von Hohltauben (69 Ind. bei Unterwattenbach am 21.08.) stehen sicherlich in Zusammenhang mit deren seit geraumer Zeit auch überregional festgestellten Bestandserholung. 

19.08.2021: Ornithologischer Wochenrückblick (08.08. bis 15.08.2021)

Die Zahl der Schwimmvögel an den Landshuter Stauseen und Staustufen hat gegenüber dem Vormonat deutlich auf jetzt 12.000 Ind. zugenommen (+5.000), davon 9.000 Ind. an den Mittleren Isarstauseen. Dass dort die im August eigentlich üblichen mindestens 10.000 Ind. nicht erreicht wurden, liegt unter anderem an vergleichsweise schwachen Zahlen der Kolbenente, die mit rund 800 Tieren (noch) erheblich unter den Vorjahreswerten liegt (siehe unten). Insgesamt dominieren aktuell Blässhuhn (3.500), Reiherente (1.700) und Stockente (1.600). +++ Die im Naturschutzgebiet „Vogelfreistätte Mittlere Isarstauseen“ liegenden Abschnitte des Mittleren Isarkanals scheinen als Rastplatz für Schwimmvögel in den letzten Jahren erheblich an Bedeutung verloren zu haben. Der etwa 90-prozentige Rückgang der Schwimmvogelzahlen gegenüber Anfang der 2010er Jahre dürfte im Wesentlichen auf die deutlich gestiegene Beunruhigung bzw. Frequentierung durch Erholungssuchende zurückzuführen sein, wobei insbesondere von Reitern hohe Störeffekte ausgehen. Das Reiten ist im NSG eigentlich verboten, hat in den letzten Jahren jedoch stark zugenommen.

Bei den seit mehreren Wochen an unterschiedlichen Orten im Raum Landshut festgestellten Seidenreihern (jeweils immer nur ein Ind.) handelt es sich offensichtlich doch um mehrere Vögel. Am 11.08. wurden zeitgleich 4 Ind. beobachtet, davon 3 Ind. am Isarstau Niederaichbach. +++ Eine farbberingte, diesjährige Raubseeschwalbe, die am 11.08. zusammen mit einem Elternvogel am Moosburger Stausee rastete, hat mit hoher Wahrscheinlichkeit in Schweden das Licht der Welt erblickt, eine Bestätigung der schwedischen Beringungszentrale steht allerdings noch aus. Auch ein vermutlich in Polen farbmarkiertes Blässhuhn (15.08.) sowie eine tschechische Kolbenente (15.08.) wurden bislang noch nicht bestätigt. +++ Eine weitere Raubseeschwalbe wurde am 10.08. gemeldet (Echinger Stausee), vom Kiebitzregenpfeifer wurden ein Ind. (10.08., Echinger Stausee) bzw. zwei Ind. (12.08., Moosburger Stausee) beobachtet, im Isarmoos konnte erneut ein Kleines Sumpfhuhn festgestellt werden (09.08.) und am Echinger Stausee zog am 09.08. ein weiterer Fischadler durch. Nicht gerade alltäglich sind zudem ein Trupp von 49 Misteldrosseln bei Kröning (12.08.) sowie am 14.08. eine Weißflügel-Seeschwalbe am Echinger Stausee.


16.08.2021: Ornithologischer Wochenrückblick (02.08. bis 08.08.2021)

Die Brutsaison der Flussseeschwalben verläuft weiterhin ziemlich problemlos: 81 Jungvögel wurden bislang flügge. Zudem freuen wir uns über ein Brutvorkommen der Schleiereule bei Vilsbiburg mit aktuell 5 Jungvögeln (04.08.) und auch von den Ergoldinger Zwergdommeln gingen im Wochenverlauf wieder Meldungen ein. Die Brutplätze von Bienenfressern sind sowohl im südlichen als auch im nördlichen Landkreis noch besetzt (02.08., 08.08.).  +++ An Durchzüglern wurden im Wochenverlauf erneut Steinwälzer (1 Ind. am 02.08., 2 Ind. am 03.08., Echinger Stausee), eine Raubseeschwalbe (07.08., Echinger Stausee) sowie ein Kiebitzregenpfeifer (08.08., Isarstau Altheim) gemeldet. +++ Im Isarmoos wurde am 06.08. ein Kleines Sumpfhuhn entdeckt  und an den Stauseen zwischen Eching und  Niederaichbach treibt sich weiterhin mindestens ein Seidenreiher herum.

10.08.2021: Pressetermin zur EU-Beschwerde von LBV und NVL gegen die Bebauung der Ochsenau

Mit dabei: Dr. Christian Stierstorfer (LBV-Bezirksgeschäftsstelle Niederbayern), Dr. Andreas von Lindeiner (LBV-Landesbeauftragter), Christian Brummer (LBV Landshut) und Dr. Stefan Müller-Kroehling (NVL)
Mit dabei: Dr. Christian Stierstorfer (LBV-Bezirksgeschäftsstelle Niederbayern), Dr. Andreas von Lindeiner (LBV-Landesbeauftragter), Christian Brummer (LBV Landshut) und Dr. Stefan Müller-Kroehling (NVL)

Im Rahmen eines Pressetermins haben LBV und Naturwissenschaftlicher Verein Landshut (NVL) heute deutlich gemacht, dass sie in der Bebaung der Ochsenau einen Verstoß gegen Europäisches Naturschutzrecht sehen und sich daher mit einer Beschwerde an die Europäische Union wenden werden. Die Beschwerde soll exemplarisch in das aktuell gegen Deutschland laufende  Vertragsverletzungsverfahren aufgenommen werden, welches die Europäische Kommission unter anderem wegen des nicht ausreichenden Schutzes naturschutzfachlich wertvoller Grünland-Lebensräume gegen Deutschland eingeleitet hat. Beide Verbände haben wiederholt deutlich gemacht, dass die Ochsenau in ihrere Gänze in das NATUR-2000-Schutzgebietsnetz hätte aufgenommen werden müsste.

Pressemitteilung 79-21.pdf
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07.08.2021: Ausgleichflächen-Reportage im Bayerischen Fernsehen

Für einen Beitrag über den Zustand von Ausgleichsflächen in Bayern hat das Filmteam des BR kürzlich auch Ausgleichsflächen in den Gemeinden Altdorf, Bruckberg und Tiefenbach besucht. Der Bericht wurde heute in der Reihe "Zwischen Spessart und Karwendel" gesendet und kann hier in der BR-Mediathek abgerufen werden.

07.08.2021: Ornithologischer Wochenrückblick (26.07. bis 01.08.2021)

Am 31.07 wurde bei Auloh ein erster Fischadler beobachtet, ein erster Steinwälzer rastete am 01.08. am Echinger Stausee und in der Landshuter Innenstadt saß am 28.07. die erste (vermutlich aus östlichen Brutgebieten stammende) Lachmöwe auf dem Geländer einer Isarbrücke. +++ Bei den Ergoldinger Zwergdommeln schaut es weiterhin gut aus. Fast täglich gingen Meldungen ein und am 28.07. wurden sogar zwei/beide Altvögel beobachtet. +++ Auch die Serie der sommerlichen Feststellungen eines Seidenreihers setzte sich fort: Am 26.07. an der Isar bei Niederaichbach und am 31.07. sowie am 01.08. am Echinger Stausee. +++ Auffällig war in dieser Woche die Häufung von Meldungen des Wespenbussards bei denen es sich aber zumeist nicht um brutplatzbezogene Nachweise handeln dürfte. Offensichtlich ist auch bei dieser Art der Wegzug bereits im Gange.

05.08.2021: Ein Meilenstein für mehr Transparenz bei Ausgleichsflächen

Zielzustände der bayerischen Ausgleichs- und Ersatzflächen können jetzt erstmals mit der LBV-Web-App „AuFi“ eingesehen und überprüft werden.

Pressemitteilung 76-21.pdf
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31.07.2021: Ornithologischer Wochenrückblick (19.07. bis 25.07.2021)

Bei unseren Flussseeschwalben  sind mittlerweile mindestens 64 Jungvögel flügge (25.07.), zahlreiche Halbwüchsige sitzen noch auf den Flößen und eine ganze Reihe von Paaren bebrütet noch ihre Gelege. +++ Auch diese Woche gingen wieder mehrere Beobachtungen seltener Reiherarten ein: Eine Zwergdommel am Ergoldinger Rosenhofweiher (23.07.), ein  Seidenreiher am Echinger Stausee sowie ein diesjähriger Nachtreiher am Isarstau Altheim (25.07.). +++ Ein im Jahr 2017 in Tschechien markierter Höckerschwan, der im Spätsommer regelmäßig  im Raum Landshut auftaucht, mausert auch in diesem Jahr wieder bei uns (22.07.). Der Vogel ist mit einer großen roten Halsmanschette markiert und dürfte darüber nicht sonderlich glücklich sein. Man kann durchaus geteilter Meinung sein, ob man derartige Beringungsmethoden durch eine Rückmeldung von Sichtungen an die Beringer unterstützen sollte. Wichtige Erkenntnisgewinne hinsichtlich naturschutzfachlicher Fragesstellungen können bei der Höckerschwan-Beringung sicherlich nicht als Begründung ins Feld geführt werden. 

 

24.07.2021: Ornithologischer Wochenrückblick (11.07. bis 18.07.2021)

Die Zahl der Schwimmvögel an den Landshuter Stauseen und Staustufen ist im Vergleich zum Vormonat zwar von 4.100 auf jetzt 7.000 Ind. angestiegen, die ermittelten Zahlen liegen jedoch signifikant unter den Juli-Daten der Vorjahre. Lediglich im Jahr 2013 wurde zuletzt ein niedrigerer Juli-Wert festgestellt. Schwache Zahlen liefert aktuell insbesondere der Moosburger Stausee, der offensichtlich einen vergleichsweise schwach ausgeprägten Wasserpflanzenbestand aufweist. +++ An den Baggerseen bei Wörth wurde am 14.07. ein adulter Nachtreiher beobachtet. Die dortige Vogelinsel mit aktuell mehreren Hundert Brutpaaren der Lachmöwe ist mittlerweile stark verbuscht bzw. bewaldet und dürfte ein heißer Tipp für eine Brutansiedlung dieser seltenen Reiherart sein. +++ Vom Echinger Stausee wurde im Wochenverlauf erneut ein Seidenreiher gemeldet (12.07. und 13.07.), aus einer überschwemmten  Wiese im Isarmoos waren am 13.07. Balzrufe eines Tüpfelsumpfhuhns zu hören und vom Ergoldinger Rosenhof gingen erneut Nachweise einer Zwergdommel ein. +++ Schlechte Nachrichten dagegen von der Flussregenpfeifer-Ersatzbrut an der Isar bei Bruckberg: Die mindestens zwei Jungvögel sind mit hoher Wahrscheinlichkeit den stark angestiegenen Wassermassen zum Opfer gefallen sein. Eine kurzfristig am 18.07. eingeleitete Rettungsaktion verlief leider erfolglos.


21.07.2021: Landshuter Ausgleichsflächen im Bayerischen Fernsehen

Im Rahmen einer Berichterstattung über das aktuelle Ausgleichsflächen-Projekt des LBV–Landesverbandes war heute das bayerische Fernsehen zu einem ganztägigen Drehtermin im Raum Landshut. Hintergrund war die vom LBV Landshut vor einigen Jahren durchgeführte Zustandsbewertung von Ausgleichsflächen in fünf ausgewählten Gemeinden des Landkreises. Gedreht wurde an ausgewählten Positiv- und Negativbeispielen in den Gemeinden Altdorf, Bruckberg und Tiefenbach. Die schauspielerischen Leistungen von Dr. Christian Stierstorfer (LBV-Bezirksgeschäftsstelle Straubing) und Christian Brummer (LBV LA) können in Kürze im Rahmen des Formats „Zwischen Spessart und Karwendel“ bewertet bzw. bewundert werden ...

18.07.2021: Ornithologischer Wochenrückblick (05.07. bis 11.07.2021)

Bei mehreren Arten ist derzeit erkennbar, dass der Wegzug aus den Brutgebieten mittlerweile deutlich eingesetzt hat. Beispielsweise an einer Meldung von 24 Bruchwasserläufern (05.07.), insbesondere aber auch an der Zunahme verschiedener Schwimmvogelarten an den Isarstauseen. +++ Am Ergoldinger Rosenhof wurde sowohl am 06.07. als auch am 11.07. ein Nachtreiher gemeldet, von den Zwergdommeln ging im Wochenverlauf jedoch keine Beobachtung ein. Ob hier die kürzlich sehr heftigen Unwetter die Brutsaison frühzeitig beendet haben, bleibt abzuwarten. +++ Auf den in diesem Jahr wieder sehr stark ausgeprägten Wasserpflanzenbeständen in den Isarstauseen Altheim und Niederaichbach brüten bereits mindestens zwei Dutzend Paare des Haubentauchers, Tendenz steigend. Am 10.07. wurden dort zudem ein Seidenreiher und ein Nachtreiher beobachtet (Isarstau Altheim). Ein weiterer Nachweis eines Seidenreihers erfolgte tags darauf am Echinger Stausee. +++ Die Brutsaison des Flussregenpfeifers auf den Isarkiesbänken bei Bruckberg ist noch nicht beendet, mindestens ein Nachgelege wurde dort im Wochenverlauf entdeckt.

15.07.2021 Die LBV-Forderungen für die Bundestagswahl 2021

Zur demnächt anstehenden Bundestagswahl hat der LBV heute seinen Forderungskatalog veröffentlicht. Hier die wesentlichen Punkte: Arten- und Biotopschutz, Landwirtschaftspolitik, CO2-Speicherung in Lebensräumen, Flächenverbrauch, Alpenschutz sowie Internationaler Zugvogelschutz.

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11.07.2021: LBV-Ausgleichsflächenprojekt: Landkreis Landshut mit Negativbeispiel

Um den landesweiten Zustand von Ausgleichsflächen zu bewerten wurden kürzlich von Fachgutachtern im Auftrag des LBV 80 Fallbeispiele in ganz Bayern untersucht. In einer Ende Juni erschienenen Dokumentation wurden nun jeweils zehn positive und zehn negative Beispiele exemplarisch dargestellt. Unter den zehn "schlechten" Beispielen befindet sich leider auch eines aus dem Landkreis Landshut. Eine große Überraschung ist das für uns nicht.

RZ_21-06-26_Ausgleichsflaechen-in-Bayern
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Info-Hotline: Das LBV-Naturtelefon (Mo, 28 Jun 2021)
Blumenwiese (Thomas Staab) Blumenwiese (Thomas Staab) Sie haben Fragen rund um die Natur in und außerhalb Ihres Gartens? Unser LBV-Naturtelefon steht Ihnen Montag bis Freitag von 9 bis 16 Uhr zur Verfügung unter 0 91 74 / 47 75 - 5000
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