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21.02.2021: Ornithologischer Wochenrückblick (15.02. bis 21.02.2021)

Die deutliche Erwärmung zum Wochenanfang hat erneut ziemliche Bewegung in die Vogelwelt gebracht: Überall singen jetzt die ersten Stare und Trupps von Kiebitzen und Feldlerchen ziehen eilig in Richtung ihrer Brutgebiete. Im Landshuter Stadtgebiet sang am 20.02. der erste Hausrotschwanz und über dem ehemaligen Landshuter Standortübungsplatz zogen große Trupps von Ringeltauben hinweg (1.500 Ind.). Ebenfalls am 20.02. wurden mehrere Heidelerchen (Mettenbach, Stallwang) sowie ein erster Goldregenpfeifer (Mettenbach) beobachtet und auch der erste Brachvogel ist bereits zurückgekehrt (Echinger Stausee bzw. Grießenbach, 21.02.). Gemeldet wurden im Wochenverlauf aber auch weiterhin mehrere klassische Wintergäste: 6 Zwergsäger am Echinger Stausee (15.02.), 4 Singschwäne (15.02.), 3 Saatgänse (18.02.) sowie bemerkenswerte 110 Schellenten (19.02.) am Isarstau Altheim, ein aufgrund des Besucheransturms aus dem NSG "Vogelfreistätte Mittlere Isarstauseen" flüchtender Seeadler (21.02.) und weiterhin eine SCHNEEAMMER bei Altheim (17.02. bis 21.02.). Außerdem hat zumindest einer der im Raum Landshut überwinternden Flussuferläufer die bis zum Wochenanfang anhaltende Vereisungsperiode gut überstanden (Echinger Stausee, 21.02.). +++ Spätestens seit Mitte der Woche lohnt es sich, bei Feststellungen von Ruderenten etwas genauer hinzusehen. Denn neben der seit dem 16.12.2020 durchgehend anwesenden WEISSKOPF-RUDERENTE (zuletzt am Echinger Stausee) wurde nun am 18.02. am Isarstau Altheim auch noch eine Schwarzkopf-Ruderente entdeckt. Dort war sie auch tags darauf noch zu sehen, am 21.02. hielten sich beide Vögel dann gemeinsam am Moosburger Stausee auf. Ein Zusammentreffen dieser beiden Arten verursacht bei Artenschützern im Allgemeinen erhebliche Bauchschmerzen, denn der Bestand der seltenen Weißkopf-Ruderente ist durch Hybridisierung mit der in Europa ursprünglich nicht heimischen Schwarzkopf-Ruderente stark bedroht. Die Schwarzkopf-Ruderente ist daher europaweit als invasive Tierart eingestuft, was die Mitgliedstaaten der Europäischen Union zum Fang oder zur Tötung aller in der freien Natur festgestellten Individuen verpflichtet. In Großbritannien, wo die Schwarzkopf-Ruderente vergleichsweise weit verbreitet ist, führte die dortige „Ausrottungskampagne“ zu erheblichen Spannungen zwischen Tierschützern und Artenschützern.

 

 

14.02.2021: Ornithologischer Wochenrückblick (08.02. bis 14.02.2021)

Die Zahl der Schwimmvögel an den Staustufen und Stauseen im Raum Landshut ist trotz zum Teil großflächiger Vereisung gegenüber dem Vormonat mit etwa 13.000 Tieren konstant geblieben. Offensichtlich fand bei einigen Arten auch eine erhebliche Zuwanderung aus nordöstlichen Gebieten statt (Winterflucht). Die aktuelle Entwicklung unterscheidet sich damit gegenüber den Vergleichszeiträumen der Vorjahre deutlich: Üblicherweise nimmt die Zahl der Schwimmvögel bei uns zwischen Januar und Februar um fast 50 Prozent ab (siehe nebenstehende Abbildung)! Innerhalb des Artenspektrums ergaben sich gegenüber dem Vormonat mehrere signifikante Veränderungen: Zunahmen bei Reiherente (+1.200) und Tafelente (+500) stehen Abnahmen bei Schnatterente (-1.000) und Höckerschwan (-500) gegenüber. +++ Auf zwei kleinen, noch offenen Wasserflächen des Moosburger Stausees drängen sich aktuell (14.02.) etwa 4.500 Schwimmvögel. Die vereisungsresistenten Wasserflächen im NSG „Vogelfreistätte Mittlere Isarstauseen“ (Isar, Kanäle) fallen aufgrund der anhaltend hohen Frequentierung durch Erholungssuchende und Freizeitsportler als Rückzugsgebiete für Wasservögel leider völlig aus. +++ Unsere WEISSKOPF-RUDERENTE hielt sich bis zum 14.02. noch im Bereich des Moosburger Stausees auf, wechselte aufgrund der zunehmenden Vereisung dann aber wieder einmal zum Echinger Stausee (14.02.). +++ Singschwäne wurden im Wochenverlauf am Echinger Stausee (4 Ind. am 09.02.) und am Isarstau Niederaichbach (3 Ind. am 11.02., 11 Ind. am 14.02.) beobachtet. +++ Gleich mehrere interessante Meldungen gingen am 14.02. ein: Ein Merlin bei Weng, 2 Seeadler und 3 Zwergsäger am Echinger Stausee sowie eine Rohrdommel am Isarstau Niederaichbach. Auch die Altheimer SCHNEEAMMER wurde im Wochenverlauf erneut beobachtet (08.02. und 13.02.). +++ Schwere Zeiten herrschen aufgrund von Schneelage und strengem Frost derzeit nicht nur für Wasservögel, sondern sicherlich auch für die in der Vorwoche bereits zugezogenen Kiebitze und Feldlerchen. Ein weiterer Zuzug dieser Arten fand diese Woche sicherlich nicht statt, es gingen jedoch mehrere Nachweise einzelner Singdrosseln ein. +++ Anscheinend unbeeindruckt von der strengen Witterung befinden sich aktuell mehrere Specht- und Eulenarten in Balzstimmung, darunter auch ein Sperlingskauz (13.02.) und mehrere Uhus.

08.02.2021: Ornithologischer Wochenrückblick (01.02. bis 07.02.2021)

Unsere WEISSKOPF-RUDERENTE hat erneut ihren Standort gewechselt: Bis zum 04.02. hielt sie sich noch am Echinger Stausee auf, am 06.02. wurde sie dann wieder am Moosburger Stausee entdeckt, den sie bereits aus dem Zeitraum vom 31.12.2020 bis 14.01.2021 gut kennt. +++ Singschwäne wurden im Wochenverlauf erneut am Echinger Stausee beobachtet (max. 8 Ind., 02.02.), außerdem 9 Ind. bei Grießenbach (04.02.), 4 Ind. bei Essenbach (06.02.) und schließlich 2 Ind. bei Vilsbiburg (07.02.). Einer dieser beiden Vögel war mit einer blauen Halsmanschette markiert, die aber leider nicht sicher abgelesen werden konnte. +++ Vom Echinger Stausee wurden am 01.02. 3 Blässgänse und am 01.02 sowie am 05.02. der dort überwinternde Flussuferläufer gemeldet. Zudem haben dort die Graureiher bereits damit begonnen, ihre Brutkolonie zu besetzen (07.01.). +++ Im nördlichen Landkreis müssen wir den Verlust eines Uhus zur Kenntnis nehmen (vermutlich Verkehrsopfer) und auch von der zweiten SCHNEEAMMER bei Altheim fehlt weiterhin jede Spur (01.02., 05.02. bis 07.02.). +++ Der Heimzug hat im Wochenverlauf deutlich eingesetzt, mit Trupps von bis zu 30 Kiebitzen (04.02.), bis zu 30 Feldlerchen (06.02.) sowie einer ersten Hohltaube (04.02.).

01.02.2021: Ornithologischer Wochenrückblick (25.01. bis 31.01.2021)

Am Moosburger Stausee ist der Bestand an Schnatterenten (am 01.01. immerhin noch 604 Ind.) mittlerweile komplett in die Knie gegangen (<10 Ind. am 31.01.). Auch die zwischenzeitlich regelmäßig mit mehreren 10 Ind. anwesende Kolbenente fehlt aktuell fast vollständig (lediglich 1 Ind. am 31.01.). Die Zeit mit größeren Blässgans-Trupps scheinen vorläufig ebenfalls vorbei zu sein: 4 Ind. wurden am 27.01. beobachtet, ansonsten lediglich noch 2 Ind. am 31.01. am Echinger Stausee. +++ Im tertiären Hügelland zwischen Landshut und Tiefenbach halten sich beträchtliche Ansammlungen von Singvögeln auf, darunter alleine 760 Bluthänflinge und 215 Goldammern (30.01.). Die dort ebenfalls am 30.01. anwesenden 6 Feldlerchen stufen wir nicht als überwinternd, sondern als erste „Frühlingsboten“ ein. +++ Am Echinger Stausee überwintert weiterhin ein Flussuferläufer (letztmalig am 31.01.) und neben bis zu 8 Singschwänen (31.01.) kann dort weiterhin eine WEISSKOPF-RUDERENTE bestaunt werden. +++ Vorläufig unklar ist der Verbleib der zweiten SCHNEEAMMER bei Altheim, jedenfalls wurde dort am 30.01 und am 31.01. nur noch ein Ind. gemeldet. Nicht auszuschließen, dass dem Vogel das anhaltende „Fotoshooting“ allmählich zu viel bzw. zu bunt geworden ist.

24.01.2021: Ornithologischer Wochenrückblick (18.01. bis 24.01.2021)

Zumindest bis zum 22.01. hielt sich weiterhin eine WEISSKOPF-RUDERENTE am Echinger Stausee auf, die Zahl der gemeldeten Singschwäne belief sich maximal auf 13 Ind. (ebenfalls 22.01.). +++ Am Moosburger Stausee wurden erneut nur kleinere Trupps von Blässgänsen beobachtet (max. 4 Ind. am 23.01.) und am Isarstau Altheim harrt weiterhin ein überwinternder Flussuferläufer aus (18.01.). +++ In der Landshuter Flutmulde erreicht die Zahl der dort seit einigen Jahren überwinternden Pfeifenten weiterhin neue Höchstwerte: bis zu 80 Ind. wurden in dieser Woche gemeldet (19.01.). +++ Die ganze Woche über konnten bei Altheim zunächst eine (18.01. und 19.01.) und dann zwei männliche SCHNEEAMMERN beobachtet werden. Schneeammern brüten in der Tundra sowie in hochalpinen Gebieten Nordeuropas und werden bei uns nur sehr unregelmäßig festgestellt, letztmalig im März 2014. Bemerkenswert ist, dass sich sowohl im Winter 2012/2013 als auch im Winter 2013/2014 Schneeammern an fast exakt gleicher Stelle aufhielten.  Die beiden jetzt anwesenden Vögel sind nach unserer Auffassung mittlerweile mehr als ausreichend fotographisch dokumentiert.

17.01.2021: Ornithologischer Wochenrückblick (11.01. bis 17.01.2021)    

Die Zahl der Schwimmvögel an den Landshuter Stauseen und Staustufen hat gegenüber dem Vormonat deutlich auf jetzt 13.000 Tiere abgenommen (-5.000). Lediglich am Isarstau Niederaichbach gingen die Zahlen leicht nach oben. Erhebliche Rückgange waren bei Reiherente (-1.500 auf jetzt 1.800), Blässhuhn (-1.000 auf jetzt 5.200), Schnatterente (-900 auf jetzt 1.700) und Höckerschwan (-700 auf jetzt 600) zu verzeichnen. Substantiell zugelegt hat ausschließlich die Tafelente auf 1.400 Ind. (+200). +++ Am Echinger Stausee hielten sich auch diese Woche wieder Singschwäne auf, max. 15 Ind.  am 17.01.. Weitere 3 Singschwäne wurden am 15.01. und 17.01. im Bereich des Isarstaus Niederaichbach festgestellt. +++ Lediglich 2 Blässgänse wurden im Wochenverlauf am Moosburger Stausee beobachtet (17.01.), es ist jedoch nicht unwahrscheinlich, dass sich hier bzw. im näheren Umfeld immer noch größere Trupps aufhalten. +++ Unsere WEISSKOPF-RUDERENTE hat erneut ihren Aufenthaltsort gewechselt und schwimmt bzw. taucht jetzt im Echinger Stausee (17.01.). Die seit etwa vier Wochen anhaltende „Dauerüberwachung“ dieses seltenen Vogels schwächelte im Wochenverlauf erstmals: An immerhin drei Tagen erfolgte keine Meldung! +++ Am Echinger Stausee gab es weiterhin einen Zwergsäger sowie einen überwinternden Flussuferläufer zu sehen, ein weiterer Flussuferläufer wurde am Isarstau Niederaichbach beobachtet (17.01.). +++ Durchaus bemerkenswert für Mitte Januar ist ein Trupp von ca. 50 Rohrammern bei Essenbach (17.01.) wo zudem der zweite Merlin dieses Winters entdeckt wurde. +++ Berichtenswert sind zudem ein Trupp von 150 Goldammern bei Högldorf (11.01.) sowie ein weiterer überwinternder Hausrotschwanz bei Wattenbacherau (13.1.).

13.01.2021: Der Jahresbericht zur Brutsaison 2020 der Flusseeeschwalbe in Bayern wurde heute veröffentlicht. Die vom LBV Landshut betreuten Brutkolonien liegen am Echinger Stausee sowie am Kiesabbau "Aquapark" bei Moosburg.

Flussseeschwalben-Monitoring-Bayern-2020
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10.01.2021: Ornithologischer Wochenrückblick (04.01. bis 10.01.2021)      

Für Anfang Januar eher untypisch sind folgende Beobachtungen: Ein Schwarzkehlchen bei Unterwattenbach (04.01., 10.01.), ein Weißstorch auf der Nistplattform in Pfeffenhausen (10.01.), weiterhin ein Alpenstrandläufer am Echinger Stausee (zuletzt am 10.01.), eine Feldlerche bei Altheim (07.01.), bis zu 13 Stare bei Binsham (09.01.), 2 Girlitze bei Mittergolding (09.01.), weiterhin ein Flussuferläufer am Isarstau Altheim (07.01.) sowie ein Hausrotschwanz in Landshut (09.01.). +++ Am Moosburger Stausee wurde im Zuge der täglichen WEISSKOPF-RUDERENTEN-Beobachtung (04.01. bis 10.01.) am 04.01. der erste Mittelsäger dieses Winterhalbjahres gemeldet sowie am 06.01. eine Moorente. Außerdem hält sich dort weiterhin ein Trupp von etwa 50 Blässgänsen auf (05.01., 08.01.). +++ Am Echinger Stausee wurden auch in dieser Woche wieder bis zu 11 Singschwäne beobachtet, die Zahl der Bekassinen erhöhte sich auf 37 Ind. (08.01.) und ebenfalls am 08.01. war erneut ein Zwergsäger zu sehen. +++ Während an mehreren Gewässern im Raum Landshut die bislang sehr hohe Zahl an Höckerschwänen innerhalb Wochenfrist sehr deutlich abgenommen hat, sorgt am Isarstau Niederaichbach weiterhin ein Seeadler für Unruhe (06.01.). +++ Durchaus ungewöhnlich ist die Beobachtung eines Trupps von ca. 15 Mandarinenten, die in der Abenddämmerung des 06.01. bei heftigem Schneegestöber an einem Waldrand im tertiären Hügelland nach Nahrung suchten.

03.01.2021; Ornithologischer Wochenrückblick (28.12.2020 bis 03.01.2021)

Die beiden Wanderfalken vom Landshuter Martinsturm haben das seit 22.12. installierte Laser-Kunstprojekt, bei dem der Turm mit einem mehrere Watt starken Laser angestrahlt wird, bislang offensichtlich unbeschadet überstanden (28.12.). Obwohl die Wahrscheinlichkeit für eine (Augen)Verletzung der Tiere durch den Laser gering sein dürfte, sollten Brutplätze von Gebäudebrütern für derartige Veranstaltungen eigentlich tabu sein. +++ Die Zahl der Singschwäne am Echinger Stausee ist im Wochenverlauf kontinuierlich auf zuletzt 11 Ind. angestiegen (03.01.). Berichtenswert sind von dort weiterhin ein Zwergsäger (zuletzt am 03.01.) sowie Januar-Nachweise von bis zu 33 Bekassinen (03.01.) und einem bereits seit Anfang Dezember anwesenden Alpenstrandläufer.  Am Moosburger Stausee halten sich noch immer über 600 Schnatterenten (01.01.) und weiterhin ein größerer Trupp Blässgänse auf (max. 52 Ind. am 31.12.), außerdem wurde am 02.01. zwischen aktuell knapp 1000 Reiherenten eine Bergente entdeckt. +++ Und dann natürlich noch die weiterhin von einem überregionalen Auditorium nahezu kontinuierlich "überwachte" WEISSKOPF-RUDERENTE: Der Vogel wurde bis zum 30.12. noch vom Isarstau Altheim gemeldet und wird seither täglich am Moosburger Stausee photographisch dokumentiert. Weißkopf-Ruderenten zählen weltweit zu den gefährdetsten Entenarten, der globale Gesamtbestand liegt bei nur etwa 20.000 Tieren (zum Vergleich: Homo sapiens ca. 8 000 000 000 Ind.). +++ Am Isarstau Altheim wurde auch diese Woche wieder ein überwinternder Flussuferläufer beobachtet (zuletzt am 30.12.) und auch ein Hausrotschwanz hatte offensichtlich keine Lust, in sein traditionelles Überwinterungsgebiet zu ziehen (Essenbach, 30.12.).

27.12.2020: Ornithologischer Wochenrückblick (21.12. bis 27.12.2020)

Die ganze Woche über durften sich Beobachterinnen und Beobachter am Isarstau Altheim über die dort weiterhin anwesende WEISSKOPF-RUDERENTE freuen, entsprechende Nachweise erfolgten täglich. Außerdem gingen erneut Meldungen vom dort überwinternden Flussuferläufer ein (21.12., 26.12.) und am 21.12. wurde eine erste Bergente gemeldet. +++ Die weihnachtliche Nordströmung hat bislang zwar keine großen Raritäten gebracht, aber immerhin am 27.12. 4 Singschwäne und einen ersten Zwergsäger (Echinger Stausee). Auch die merkliche Zunahme der Schellente an den Landshuter Stauseen und Staustufen dürfte auf dieses Wetterphänomen zurückzuführen sein. +++ Am Moosburger Stausee schwankt die Zahl der Blässgänse von Tag zu Tag weiterhin relativ stark (max. 53 Ind. am 23.12) und ebenfalls am 23.12. konnte der seit 11.12. anwesende Rothalstaucher erneut bestätigt werden.

20.12.2020 Ornithologischer Wochenrückblick (14.12. bis 20.12.2020)      

Gegenüber dem Vormonat hat die Zahl der Schwimmvögel an den Landshuter Stauseen und Staustufen erneut leicht auf jetzt knapp 18.000 Vögel abgenommen. Signifikant zulegen konnte lediglich die Tafelente mit aktuell 1.200 Ind.. Es dominieren weiterhin Blässhuhn (6.300), Reiherente (3.400) und Schnatterente (2.600). Während die für das Blässhuhn ermittelte Individuenzahl wegen teilweise extrem dicht gedrängten Ansammlungen mit hohen Unsicherheiten behaftet ist, dürfte es sich bei der Schnatterente um den bislang höchsten Wert für den Raum Landshut überhaupt handeln. Außergewöhnlich schwach zeigen sich dagegen weiterhin Haubentaucher und Zwergtaucher mit nur etwa der Hälfte der üblicherweise anzutreffenden Winterbestände. +++ Apropos Wasservogelzählung: Nicht unbedingt hilfreich dabei ist die Anwesenheit von Seeadlern. Einer dieser Störenfriede hält sich weiterhin am Isarstau Niederaichbach auf (16.12., 17.12., 20.12.). +++ Die Zahl der gemeldeten Blässgänse am Moosburger Stausee hat mit maximal 29 Ind. (20.12.) gegenüber den Vorwochen deutlich abgenommen und die dort seit dem 08.12. anwesende Trauerente wurde vorläufig letztmalig am 15.12. gesichtet. Der erstmalig am 11.12. gemeldete Rothalstaucher war dagegen die ganze Woche über noch vor Ort. +++ Beobachtungen von überwinternden Flussuferläufern erfolgten sowohl am Echinger Stausee (14.12.) als auch am Isarstau Niederaichbach (17.12.) und am Isarstau Altheim (19.12.). Gemäß den Erfahrungen aus früheren Jahren ist es eher unwahrscheinlich, dass es sich dabei um ein und denselben Vogel handelt. +++ Im nördlichen Landkreis ist auch in diesem Jahr wieder ein traditioneller Überwinterungsplatz der Zwergschnepfe besetzt (20.12.). Die dortige Überwinterungstradition in einem Mini-Feuchtbiotop, mitten im tertiären Hügelland, reicht mindestens bis in die 1980er Jahre zurück. +++ Möwen kommen weit herum: Eine polnische Lachmöwe, abgelesen am 15.12. im Landshuter Stadtgebiet, war Ende September 2020 noch an der Holländischen Küste unterwegs. +++ Seit dem 19.12. machen sich Beobachter aus dem halben Bundesgebiet auf den Weg zum Isarstau Altheim, wo seit dem 16.12. eine WEISSKOPF-RUDERENTE herumschwimmt. Dieser überaus seltene Vogel wird nur sehr unregelmäßig in Deutschland festgestellt und hat eine ausgesprochen schlechte CO2-Bilanz, da er stets einen regelrechten Ansturm von Ornithologinnen und Ornithologen auslöst. Offen bleibt die Frage, ob es sich bei einer am 06.12. am Moosburger Stausee gemeldeten Schwarzkopf-Ruderente nicht auch schon um diesen Vogel gehandelt hat.